Hürriyet

Radfahrer in der Türkei demonstrieren gegen Verkehrsunfälle

28.10.2020 8:29 Uhr

Radfahrer kamen am Wochenende in mehreren türkischen Städten zu Demonstrationen zusammen, um gegen die zunehmenden Verkehrsunfälle zu protestieren, bei denen Radfahrer getötet oder verletzt wurden.

Mitglieder der Life on Bicycle Plattform versammelten sich im Istanbuler Stadtteil Kalamis, um auf den Tod von sechs Radfahrern in den letzten 10 Tagen aufmerksam zu machen.

Hunderte von Radsportbegeisterten kamen im Kalamis-Park bei einer Demonstration zusammen und verlangten, dass Todesfälle durch Verkehrsunfälle gestoppt werden. Dazu sei laut den Demonstranten gesetzliche Vorschriften zum Schutz der Radfahrer erforderlich.

Radfahrer an ihrem Tod "schuld"

Bei dem Forum der Plattform, an dem viele Fahrradverbände teilnahmen, wurden konstruktive Maßnahmen zum Schutz der Radfahrer für sicheres Fahren auf den Straßen erörtert. Die Vorschläge sollen nun auch den Behörden übermittelt werden.

In den letzten zwei Jahren wurden in der Türkei 258 Radfahrer getötet, nachdem sie von Fahrzeugen auf den Straßen angefahren worden waren. Bei allen 258 Vorfällen stellten die Gerichte fest, dass die Radfahrer selbst an ihrem Tod "schuld" sein sollen.

Maßnahmen für den Schutz der Radfahrer

Nun heißt es von den Radfahrern: "Wir fordern alle relevanten Ministerien und Institutionen auf, diese Todesfälle zu stoppen." In der Erklärung wurden die Regierung und die lokalen Behörden aufgefordert, die Vorschriften für das Radfahren zu erweitern und Maßnahmen zu ergreifen, um die Öffentlichkeit für das Fahrrad zu sensibilisieren, das als Transportmittel angesehen werden soll.

"Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten unter Kontrolle gebracht und Maßnahmen ergriffen werden, damit das Fahrrad von den Fahrzeugführern als Transportmittel akzeptiert wird. Sicherheitsspuren sollten für Radfahrer erstellt werden," heißt es in der Erklärung.

Demonstrationen auch in weiteren Städten der Türkei

Inzwischen fanden neben Istanbul in mehreren Provinzen Demonstrationen und Proteste statt, darunter auch in der Hauptstadt Ankara, Izmir, Antalya und Kocaeli.

In der Türkei stehen Radfahrer aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Fahrspuren, die sie vor dem Fahren auf überlasteten Straßen und gegen rücksichtslose Autofahrer bewahren könnten, mehreren Hindernissen beim Fahren in überfüllten Städten gegenüber. Um dieses Problem anzugehen, haben kürzlich mehrere Großstädte Pläne vorgestellt, mehr Fahrspuren für Radfahrer zu bauen.

Die Regierung hatte zuvor auch Kommunen für den Bau von insgesamt 1.150 Kilometern Fahrradwegen finanziert. Nach einer neuen Verordnung, die 2019 in Kraft trat, ist es nun des Weiteren obligatorisch geworden, Fahrradwege und Parkplätze in neue Zonenpläne aufzunehmen.

(gi)

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