Rabins Mörder im Hungerstreik

14.8.2019 22:51 Uhr

Jigal Amir, der Mörder des israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin, ist aus Protest gegen seine Haftbedingungen in den Hungerstreik getreten. Der 49-jährige Amir wolle damit gegen die Verhängung eines zweimonatigen Telefonverbots und gegen jahrelange Isolierhaft protestieren, sagte seine Ehefrau Larissa Trimbobler nach Angaben des israelischen Fernsehens am Mittwoch.

Eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde bestätigte, das zweimonatige Telefonverbot sei ausgesprochen worden, nachdem Amir Gespräche über die Gründung einer politischen Partei geführt habe. Diese soll sich nach Medienberichten für seine Freilassung einsetzen.

Versuch die Friedensverhandlungen zu sabotieren

Der Friedensnobelpreisträger Rabin war am 4. November 1995 nach einer großen Friedensdemonstration in Tel Aviv von dem national-religiösen Fanatiker mit drei Kugeln erschossen worden. Der Attentäter wollte damit weitere Gebietsabtritte an die Palästinenser im Rahmen einer Friedensregelung verhindern. Er wurde für den Mord zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nach Angaben des Juristen Amir Fuchs vom Israelischen Demokratie-Institut (IDI) bedeutet eine lebenslange Haftstrafe in Israel für gewöhnlich mindestens 30 Jahre. Zu lebenslanger Haft Verurteilte können vom Präsidenten begnadigt werden, dies ist aber nicht vorgeschrieben. "Im Fall von Amir gibt es ein spezielles Gesetz, das besagt, dass der Begnadigungsausschuss sich im Fall von Mördern eines Ministerpräsidenten nicht für eine Begnadigung aussprechen kann", erklärte Fuchs. Die Partei, die Amir gründen wollte, habe sich offenbar für eine Änderung dieses Gesetzes einsetzen sollen.

(an/dpa)

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