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Putin warnt vor wachsender Gefahr eines Atomkriegs

20.12.2018 11:50 Uhr

Eindringliche Worte des Kremlchefs: Wladimir Putin hat davor gewarnt, die wachsende Gefahr eines Atomkriegs zu unterschätzen. "Wenn, Gott verhüte, so etwas passiert, kann das zur Vernichtung der ganzen Zivilisation führen, wenn nicht des ganzen Planeten", sagte der russische Präsident auf seiner jährlichen Pressekonferenz in Moskau.

Die Verantwortung für die wachsende Gefahr sieht er aufseiten der USA, die wichtige Rüstungskontrollverträge gekündigt hätten. Russland wolle mit neuen Waffen nur das Gleichgewicht halten. "Wir wahren nur die Balance, sorgen für unsere Sicherheit", sagte Putin.

Besorgniserregend sei, dass in militärischen Planspielen die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen sinke. Gefährlich seien auch US-Pläne, Interkontinentalraketen mit konventionellen Sprengköpfen zu bestücken. So bleibe für den Gegner unklar, wie er reagieren solle.

Realeinkommen gestiegen

Putin sprach auch über die seiner Ansicht nach positiven Entwicklung der Wirtschaft seines Landes. Die Realeinkommen der Bevölkerung seien 2018 erstmals wieder um 0,5 Prozent gestiegen, sagte der 66-Jährige.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei in den ersten zehn Monaten um 1,7 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr werde ein Wachstum von 1,8 Prozent erwartet. Die Jahresinflation werde mit 4,1 Prozent etwas höher ausfallen als erwartet, sagte der Kremlchef.

Fußball-WM der Höhepunkt des Jahres

Für den russischen Präsidenten hat das ablaufende Jahr Erfolge gebracht wie seine Wiederwahl im März oder die Fußball-WM, bei der sich Russland als sympathische Gastgebernation zeigte.

Zugleich hat die Erhöhung des Rentenalters ihm viel Kritik eingetragen. Außenpolitisch hat Russland seine Stellung in Syrien gefestigt, der Konflikt mit Europa und den USA hat sich indes verschärft.

(bl/dpa)