imago images / ZUMA Press

Putin und Erdogan führten Gespräche

28.2.2020 14:49 Uhr

Am Donnerstagabend kamen bei einem Luftschlag in Idlib in Syrien mehr als 30 türkische Soldaten ums Leben. Im Zuge dieser Ereignisse haben der russische Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Telefonkonferenz abgehalten, um die Lage in Syrien zu erörtern. Beide Seiten zeigten sich nach Aussagen aus Moskau besorgt über die Situation und es wurde eine Zusammenkunft auf höchster Ebene beschlossen, die zeitnah stattfinden soll. Zudem sollen die Verteidigungs- und Außenminister beider Länder in einen intensivierten Austausch eintreten.

Nach dem Tod Dutzender türkischer Soldaten in der nordsyrischen Provinz Idlib haben sich Kremlchef Wladimir Putin und Präsident Recep Tayyip Erdogan besorgt über die Lage gezeigt. Das teilte der Kreml am Freitag nach einem Telefonat der beiden Staatschefs mit. Bei dem Gespräch sei es darum gegangen, wie die Vereinbarung für die Deeskalationszone in der Rebellenhochburg umgesetzt werden könne. Dazu sollten die Außen- und die Verteidigungsminister ihre Kontakte verstärken, teilte das russische Außenministerium mit.

Situation in Idlib eskalierte

Der Kreml teilte mit, dass Putin und Erdogan ein baldiges Treffen auf höchster Ebene vereinbart hätten. Details waren zunächst nicht bekannt. Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow sollten am Freitag die Verhandlungen von Türken und Russen für einen Ausweg aus der Lage fortgesetzt werden. Der russische Chefdiplomat verteidigte das Vorgehen der syrischen Regierungstruppen in der Provinz. Syrien habe jedes Recht, auf seinem Gebiet gegen Rebellen vorzugehen, betonte Lawrow. Zum türkischen Vorschlag eines Nato-Einsatzes in Idlib sagte er, dass dies kein Bündnisfall sei. Zugleich äußerte er Beileid wegen des Todes der türkischen Soldaten.

Am Donnerstagabend waren bei einem Luftangriff in Idlib mindestens 33 türkische Soldaten getötet und 36 weitere verletzt worden. Die Türkei machte die syrische Regierung verantwortlich und startete Vergeltungsangriffe. Russland hatte zuvor betont, nichts von einem Aufenthalt türkischer Soldaten in der Region gewusst zu haben. Die Soldaten sollen zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebiet mit der islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) unterwegs gewesen sein. Die von Russland als Terroristen bezeichneten Rebellen sollen zuvor syrische Truppen angegriffen haben. Die Türkei wies die russische Darstellung zurück.

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland. Die Situation dort war jüngst eskaliert. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt islamistische Rebellen. Mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung hatte sie ein Abkommen getroffen, um in Idlib eine Deeskalationszone einzurichten, und hatte dort Beobachtungsposten aufgestellt. Eigentlich gilt auch eine Waffenruhe. In den vergangenen Wochen war das syrische Militär mit russischer Unterstützung aber weiter in dem Gebiet vorgerückt.

(dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.