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Pussy Riot geben Protestkonzert in Alabama

7.7.2019 12:56 Uhr

Am Donnerstag gibt die russische Protestgruppe Pussy Riot ein Benefizkonzert im US-Bundesstaat Alabama, um gegen das jüngst verschärfte Abtreibungsverbot dort zu protestieren.

Die Einnahmen des bereits ausverkauften Konzerts in der Stadt Birmingham sollen der auf Familienplanung spezialisierten US-Organisation Planned Parenthood und dem Yellowhammer Fund zugute kommen, der Frauen unterstützt, die in einer der drei Kliniken des Bundesstaats abtreiben lassen wollen.

Abtreibung als Straftat?

Alabama hatte im Mai das landesweit restriktivste Abtreibungsgesetz verabschiedet. Es macht Abtreibung zu einer Straftat, selbst wenn eine Frau durch eine Vergewaltigung oder Inzest schwanger wurde. Schwangerschaftsabbrüche sind demnach nur dann legal, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder der Fötus eine unheilbare Krankheit hat. Ärzten drohen zwischen zehn und 99 Jahren Haft. Das Abtreibungsgesetz soll erst im November in Kraft treten, dürfte aber ein Fall für den Obersten Gerichtshof werden.

"Wir wollen...Frauen unterstützen"

"Ich finde es lächerlich, dass es 2019 immer noch eine Frage ist, ob Frauen eine Abtreibung haben dürfen", sagte Pussy-Riot-Mitgründern Nadja Tolokonnikowa der Nachrichtenagentur AFP im Vorfeld des Auftritts. "Wir wollen nach Alabama kommen und Frauen unterstützten, die in einer ziemlich schwierigen und angreifbaren Lage sind", sagte sie. "Viele Amerikaner glauben, dass Russland ein patriarchalisches Land ist - das stimmt in vielerlei Hinsicht, aber das Abtreibungsrecht steht nicht in Frage."

Abtreibung in Russland legal

Die Sowjetunion war 1920 das erste Land der Welt, in dem Abtreibung legalisiert wurde. Lediglich unter Joseph Stalin war sie ab 1936 zwei Jahrzehnte lang verboten. Pussy Riot ist ein Kollektiv, das für seine offene Kritik an Russlands Staatschef Wladimir Putin bekannt ist. Die Gruppe hat in der Vergangenheit mit verschiedenen politischen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Mehrere Pussy-Riot-Mitglieder, darunter Tolokonnikowa, wurden bereits wegen ihrer Proteste zu Haftstrafen verurteilt.

(be/afp)

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