dpa

Prozess um Mordversuch in Drogenszene

16.7.2019 13:41 Uhr

Um ihren Bekannten zu bestrafen, sollen sie ihn in den Wald gelockt, niedergestochen und zum Sterben zurückgelassen haben. Seit Montag müssen sich fünf Männer im Alter von 21 bis 32 Jahren wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Heilbronn verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat in der Drogenszene aus: Einer der Angeklagten habe die übrigen dazu angestachelt, dem vermeintlichen Verräter - der manche bei der Polizei verpfiffen haben soll - eine Abreibung zu verpassen.

"Das passiert mit Verrätern"

Bewaffnet mit Messern, Schlagring und Stock lockten sie ihn demnach im Januar in einen Wald, und einer der Angeklagten stach zu. Schwer verwundet, mit Verletzungen an Magen, Darm und Lunge, irrte der junge Mann bei Minusgraden durch die Gegend, wie der Staatsanwalt sagte. Mehrfach sei er dabei in den Schnee gefallen und dort geschwächt liegen geblieben. Schließlich schleppte er sich laut Staatsanwalt zu einer Bundesstraße, wo ihn eine vorbeifahrende Familie entdeckte. Das Überleben des Verletzten habe vom Zufall abgehangen, die Körpertemperatur sei nur noch 30 Grad gewesen.

Der Mann musste mehrfach operiert werden und tritt in dem bis Oktober angesetzten Prozess nun als Nebenkläger auf. Neben mehreren Stichen in den Körper soll einer der Angeklagten ihm ins Gesicht geschnitten haben, beginnend an den Mundwinkeln mehrere Zentimeter lang. "Das passiert mit Verrätern", wurde dem Opfer laut Staatsanwalt während des Angriffs vorgehalten (Az. 1 KLs 41 Js 1978/19).

(gi/dpa)

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