dpa

Prozess um gewaltsamen Tod von sechsjähriger Leonie

24.9.2019 11:38 Uhr

Der Stiefvater der sechsjährigen Leonie soll das Kind so schwer misshandelt haben, dass sie an den Folgen verstarb. Der Stiefvater behauptet, Leonie sei die Treppe hinuntergefallen. Am Dienstag beginnt der Mordprozess um den Tod von Leonie.

Vor Gericht steht der 28 Jahre alte Stiefvater des Mädchens aus Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern). Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord durch Unterlassen vor.

Der Beschuldigte soll Leonie derart misshandelt haben, dass das Kind an den Verletzungen im Januar gestorben ist. Sie ist am 12. Januar tot in der Wohnung der Familie gefunden worden. Der Beschuldigte, der selbst die Retter informiert hat, bestreitet eine Schuld. Er gab an, das Mädchen sei eine Treppe hinuntergefallen.

13 Verhandlungstage bis November

Der Stiefvater soll auch den kleineren Bruder des Mädchen mehrfach misshandelt haben. Da mit einem langwierigen Indizienprozess gerechnet wird, hat die Schwurgerichtskammer bisher 13 Verhandlungstage bis Ende November anberaumt. Sie will etwa 40 Zeugen hören, darunter auch die Mutter des getöteten Mädchens.

Der Beschuldigte lebte mit der Mutter der beiden Kinder und einem gemeinsamen Baby in dem Haus in Torgelow. Die Familie war erst wenige Monate vorher dorthin gezogen. Gutachter kamen nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Gegensatz zu den Aussagen des Stiefvaters zu dem Schluss, dass das vorgefundenen Verletzungsbild der Sechsjährigen nicht zu einem Treppensturz passte.

Kopfverletzungen "mittels stumpfer Gewalt"

Demnach soll der 28-Jährige dem Mädchen "mittels stumpfer Gewalt" Kopfverletzungen zugefügt haben, die zu Gehirnblutungen führten. Dann habe sich ihr Gesundheitszustand stark verschlechtert. Der Stiefvater habe, um seine Taten zu vertuschen, den Rettungsdienst nicht rechtzeitig geholt. Vier Gutachter sollen dem Gericht bei der Aufklärung helfen.

Der Fall erregte auch Aufsehen, weil der Angeklagte bei einer Vernehmung zu dem Fall aus einem Polizeigebäude fliehen konnte. Dort war er mit Frau und Baby vorgeladen worden. Nach einer Woche war der Flüchtige aber wieder gefasst worden.

(be/dpa)

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