epa/Sascha Steinbach

Prozess um Bombenbau mit Rizin hat begonnen

7.6.2019 13:54 Uhr

In Düsseldorf hat der Prozess um die Vorbereitung des ersten Terroranschlags mit einem biologischen Kampfstoff auf deutschem Boden begonnen. Ein 30 Jahre alter Tunesier und seine 43-jährige deutsche Ehefrau sollen 2018 einen Anschlag mit einer Bombe mit dem hochgiftigen Rizin vorbereitet haben.

Der Zugriff der Polizei nach dem Tipp eines ausländischen Geheimdienstes beendete die Vorbereitungen.

"Beide Angeklagte identifizierten sich seit längerer Zeit mit den Zielen des IS. Sie wollten sich dem Dschihad anschließen", sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft, Verena Bauer, am Freitag. "Sie entschlossen sich, einen Sprengsatz an einem belebten Ort zu zünden, um möglichst viele Ungläubige zu töten. Der IS empfahl den Einsatz einer Streubombe."

Zwerghamster zu Testzwecken gekauft

Das Paar habe unter anderem 250 Stahlkugeln und tausende Rizinussamen über das Internet bestellt. Sprengstoff hätten sie sich über in Deutschland nicht zugelassene Feuerwerkskörper beschafft. Der Angeklagte Sief Allah H. sei dazu eigens nach Polen gereist. Das Gift hätten sie testweise einem eigens dazu gekauften Zwerghamster aufgetragen. Das Tier habe aber überlebt. Auf einer Wiese habe der Angeklagte zudem eine Testsprengung vorgenommen.

Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Rizin-Anschlag hätte laut Gutachten bis zu 100 Todesopfer gefordert. Der Prozess findet im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts statt.

(an/dpa)