EPA-EFE

Proteste und Gewalt an Venezuelas Grenze zu Kolumbien

23.2.2019 15:26 Uhr

Venezolanische Sicherheitskräfte haben Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten eingesetzt, die gegen die Schließung der Grenze zum Nachbarland Kolumbien protestiert haben. Mindestens ein Mann sei bei einer Demonstration in Ureña, an der Grenze zur kolumbianischen Stadt Cúcuta, verletzt worden, wie der Sender CNN Español berichtete. Die Demonstranten zündeten Autoreifen auf den Straßen an und bewarfen die Polizei mit Steinen.

Die Demonstranten waren demnach vor allem Bewohner des Grenzgebiets, die täglich die Grenze überqueren, entweder zum Einkaufen oder zur Arbeit. Die Lage in dem Grenzgebiet ist hochexplosiv. Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat die Grenzübergänge schließen lassen. Er will damit verhindern, dass internationale Hilfsgüter in das Land kommen. Anhänger des selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Gaidó wollen an diesem Wochenende mehrere Tonnen Nahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel von einem Lager in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta nach Venezuela bringen.

Kommt es zum gewaltsamen Showdown an der Grenze?

Augenzeugen zufolge sollen zwei Panzer auf venezolanischer Seite Barrieren zerstört haben, mit denen die Grenzbrücke Simon Bolívar blockiert wird. Diese Brücke verbindet Venezuela und Kolumbien. Nach Angaben von CNN desertierten am Samstagmorgen (Ortszeit) drei Mitglieder des venezolanischen Militärs auf der Grenzbrücke. Die Soldaten verließen demnach ihre Posten und baten die Kolumbianische Einwanderungsbehörde um Hilfe. Einer der Soldaten soll demnach verletzt sein.

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Maduro will die humanitäre Hilfe nicht ins Land lassen. Aus seiner Sicht ist sie ein Vorwand für eine militärische Intervention und einen Umsturz. Die gezielte Verteilung von Lebensmitteln an Anhänger ist für die Maduro-Regierung ein Mittel, soziale Kontrolle auszuüben. Die Macht Maduros würde weiter geschwächt, wenn die Opposition in der Lage wäre, die Not der Bevölkerung zu lindern.

(ce/dpa)