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Proteste in Algerien: Ministerpräsident ruft zur Mäßigung auf

25.2.2019 18:13 Uhr

Nach den massiven Protesten der letzten Tage hat der algerische Ministerpräsident Ahmed Ouyahia die Bürger zur Ruhe ermahnt. In weniger als zwei Monaten werde ein neuer Präsident gewählt, sagte Ouyahia am Montag vor dem Parlament. "Die Menschen haben dann die Möglichkeit zu wählen, wen sie möchten."

In den vergangenen Tagen waren Zehntausende, vor allem junge Menschen, in ganz Algerien auf die Straßen gegangen, um gegen eine fünfte Amtszeit von Präsident Abdelaziz Bouteflika zu demonstrieren. Der 81 Jahre alte Präsident hatte erst vor zwei Wochen angekündigt, trotz seiner angeschlagenen Gesundheit erneut zu kandidieren. Bouteflika sitzt seit einem Schlaganfall 2013 im Rollstuhl und tritt kaum noch öffentlich in Erscheinung.

Bisher friedliche Proteste

Die Menschen hätten zwar das Recht, zu protestieren, sagte Ouyahia, er warnte jedoch vor einer Eskalation. "Bislang waren es Aufrufe zu friedlichen Märschen, aber morgen könnte es schon anders sein."

Die Proteste blieben in den vergangenen Tagen größtenteils friedlich. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Dutzende Menschen wurden zwischenzeitlich festgenommen.

(an/dpa)