epa/Fernando Bizerra Jr

Proteste gehen weiter

29.10.2019 11:26 Uhr

Die Proteste in Chile gehen auch nach der Kabinettsumbildung weiter. In den Straßen der Hauptstadt Santiago de Chile forderten am Montag erneut Tausende Menschen den Rücktritt von Präsident Sebastián Piñera, wie der Sender CNN am Dienstag (Ortszeit) berichtete.

Dabei sei es zu Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften und einem Brand an einer Hauptstraße Santiagos gekommen. Die Polizei rückte demnach mit Tränengas, Gummigeschossen und Wasserwerfern vor.

Reformen sind für viele unzureichend

Gonzalo Blumel, der von Piñera am Montag zum Innenminister berufen worden war, nannte die Gewalt «inakzeptabel»: Alle Seiten sollten davon Abstand nehmen. Blumel folgte auf Andrés Chadwick, der von Opposition und Demonstranten wegen Übergriffen der Sicherheitskräfte scharf kritisiert worden war.

Piñera tauschte zudem weitere sieben Minister aus und verjüngte das Kabinett dabei deutlich. Die ebenfalls von ihm angekündigten Reformen wurden von vielen Demonstranten jedoch als unzureichend kritisiert.

Eine geplante Erhöhung der Nahverkehrspreise hatte den Zündstoff für die seit gut zwei Wochen anhaltenden Proteste geliefert. Später machten sich die Einwohner des südamerikanischen Landes grundsätzlichem Zorn über immense Lebenshaltungskosten und ungleiche Wohlstandsverhältnisse Luft. Wiederholt kam es zu Gewalt und Vandalismus, Sicherheitskräfte gingen hart gegen Demonstranten vor. 20 Menschen starben, Tausende wurden festgenommen. Wegen der Unruhen hatte die Regierung über zehn Tage einen Ausnahmezustand mit Ausgangssperre verhängt, diesen aber am Montag aufgehoben.

(an/dpa)

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