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Proteste gegen Peter Handke

10.12.2019 14:07 Uhr

Die Initiatorinnen von Protesten gegen die Vergabe des Literaturnobelpreises an Peter Handke glauben selber nicht daran, dass sich der österreichische Schriftsteller für seine Haltung doch noch entschuldigen wird. Handke habe bereits auf der Pressekonferenz in der Schwedischen Akademie am Freitag eine goldene Gelegenheit verstreichen lassen, auf Fragen zu seiner Haltung zum Jugoslawien-Konflikt angemessen zu antworten, sagte Teufika Sabanovic am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Peter Handke sollte am späten Dienstagnachmittag in Stockholm den Literaturnobelpreis für das Jahr 2019 überreicht gekommen.

"Ich glaube an das Gute im Menschen"

«Ich würde mir wünschen, er würde sich ändern, und ich glaube an das Gute im Menschen. Aber er kann seine Veröffentlichungen nicht rückgängig machen. Es ist eine unmögliche Situation», sagte Sabanovic. Handke betreibe Geschichtsrevisionismus, obwohl der Völkermord von Srebrenica ein ausgiebig belegter Fakt sei, über den man sich international einig sei. «Handkes Literatur schreibt die Geschichte um, er stellt einen Genozid infrage, der bewiesen worden ist. Das kann man einfach nicht infrage stellen. Ende der Geschichte.»

Für den Protest am Dienstagabend auf dem Stockholmer Platz Norrmalmstorg erwartete Sabanovic mindestens 500 Teilnehmer, hoffte aber auf knapp 1000. Sie und ihre Mitstreiter fordern, dass Handke den Nobelpreis am Ende doch nicht erhält. «Ich denke, es ist wichtig, dass wir das hier unabhängig davon tun, ob wir Erfolg haben damit oder nicht. Wir müssen uns dem entgegenstellen», sagte Sabanovic, die Bosnien im Dezember 1995 zunächst in Richtung Deutschland verlassen hatte und schließlich 1998 nach Schweden kam.

(an/dpa)

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