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Prominente Republikaner wollen bei US-Wahl Biden wählen

8.6.2020 8:40 Uhr

Der frühere US-Außenminister Colin Powell - ein Republikaner - will bei der US-Präsidentschaftswahl im November für den Demokraten Joe Biden stimmen. Das kündigte Powell im US-Sender CNN an.

Der Ex-General übte zugleich scharfe Kritik am republikanischen US-Präsidenten Donald Trump. Trump entferne sich von der Verfassung und werde "gefährlich für unsere Demokratie, gefährlich für unser Land", sagte Powell. "Er lügt über Dinge und er kommt damit durch, weil Menschen ihn nicht zur Rechenschaft ziehen."

Auch Bush geht auf Distanz

Trump wies die Kritik von Powell scharf zurück. Zugleich warf er dem Ex-Chefdiplomaten Versagen vor. "In seiner Zeit war er schwach und hat jedem alle Art von Zugeständnissen gemacht - so schlecht für die USA", schrieb Trump auf Twitter.

Überhaupt stehen viele prominente Republikaner nicht mehr hinter Trump. Auch der frühere US-Präsident George W. Bush wird die Wiederwahl von Trump nicht unterstützen, berichtet die "New York Times". Er sei nicht sicher, wie er wählen wird, schreibt die Zeitung.

Mattis nennt Trump einen Spalter

Zahlreiche andere frühere Spitzenpolitiker hatten Trump in den vergangenen Tagen bereits wegen seines Umgangs mit den Protesten infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz kritisiert. Trumps früherer Verteidigungsminister James Mattis hatte den Präsidenten bereits am Mittwoch einen Spalter genannt.

Am Freitag schloss sich Trumps früherer Stabschef John Kelly der Kritik von Mattis an. Sowohl Mattis als auch Kelly sind - wie Powell - frühere Generäle. Powell war von 2001 bis 2005 unter US-Präsident George W. Bush Außenminister.

Ex-Verteidigungsminister schreiben Brandbrief

Am Freitag hatten sich mehrere frühere US-Verteidigungsminister gegen Trumps Drohung gestellt, das Militär wegen der Proteste in den USA einzusetzen. In einem in der "Washington Post" veröffentlichten Gastbeitrag warnten die Ex-Verteidigungsminister Leon Panetta, Chuck Hagel, Aston Carter sowie 86 weitere frühere Verteidigungspolitiker und Offiziere davor, das Militär in einer Weise einzusetzen, die die verfassungsmäßigen Rechte der Amerikaner untergraben würde.

(bl/dpa)

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