dpa

Pro-iranische Demonstranten setzen Angriff auf US-Botschaft fort

1.1.2020 13:51 Uhr

Pro-iranische Demonstranten haben am Mittwoch ihren Sturm auf das US-Botschaftsgelände in Bagdad fortgesetzt. US-Sicherheitskräfte schossen Tränengas-Salven auf Demonstranten, die sich näher auf eine Mauer zubewegten, die sie vom eigentlichen Diplomatengelände trennte, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Medienberichten zufolge gab es mehrere Verletzte. Hunderte Demonstranten kündigten eine Sitzblockade vor der Botschaft an. Sie errichteten Zelte und mobile Toiletten, ein Lastwagen lieferte hunderte Matratzen. Die Protestierenden kündigten an, so lange zu bleiben, bis die US-Truppen das Land verließen. Gruppen von Männern, viele davon in Militäruniformen, schwenkten Flaggen der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Miliz und riefen Anti-US-Slogans. Einige verbrannten US-Flaggen und warfen Steine auf das Botschaftsgebäude.

Kontrollposten überwunden

Am Dienstag hatten tausende Demonstranten aus Protest gegen US-Luftangriffe im Irak auf pro-iranische Milizen mit 25 getöteten Kämpfern das US-Botschaftsgelände in Bagdad gestürmt. Sie überwanden Kontrollposten zur hochgesicherten Grünen Zone in Bagdad mit Leichtigkeit, durchbrachen die Sicherheitsschleuse der Botschaft und schmierten pro-iranische Slogans an die Botschaftsmauern. Mit ihren Luftangriffen hatte die US-Armee auf den Tod eines US-Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen US-Militärstützpunkt im Irak reagiert. Bei dem Angriff im nordirakischen Kirkuk waren mehr als 30 Raketen abgefeuert worden.

Iran verurteilt Luftangriffe

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei verurteilte die US-Luftangriffe am Mittwoch scharf. "Die iranische Regierung und Nation und ich verurteilen die Bosheit der USA scharf", schrieb Chamenei im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er äußerte sich erstmals zu den Angriffen vom Wochenende.US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag den Iran für den Angriff auf das US-Botschaftsgelände in Bagdad verantwortlich gemacht und mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Die USA kündigten die Entsendung rund 750 zusätzlicher Soldaten in die Golfregion an. Verteidigungsminister Mark Esper sprach von einer "Vorsichtsmaßnahme" zum Schutz von US-Personal und -Einrichtungen in der Region.

"Erstens, Sie können gar nichts machen"

Chamenei twitterte am Mittwoch an die Adresse Trumps gerichtet: "Erstens, Sie können gar nichts machen. Zweitens, wenn Sie logisch wären - was Sie nicht sind - würden Sie sehen, dass Ihre Verbrechen im Irak, Afghanistan dazu geführt haben, dass Nationen Euch hassen."

(be/dpa)

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