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Prinz Poldi schießt Antalyaspor zum Sieg

23.2.2020 15:17 Uhr, von Chris Ehrhardt

Yeni Malatyaspor gegen Antalyaspor gehört nun eigentlich nicht zu den Matches der türkischen Süper Lig, die man sich unbedingt anschauen muss. Außer man ist Fan eines der beiden Klubs. So ein Spiel gehört normalerweise eher in die Kategorie "Not gegen Elend". Am 23. Spieltag der höchsten Spielklasse der Türkei war das anders, denn der Ex-Nationalspieler Lukas Podolski, Ex-Weltmeister und ehemals beim FC Bayern München sowie beim 1. FC Köln unter Vertrag, würde möglicherweise auflaufen dürfen. Und Prinz Poldi tat das, was er kann und was man von ihm erwartet: Treffen. Sein Tor zwei Minuten nach seiner Einwechselung kurz vor Spielende zum 2:1 für Antalyaspor bedeutete den Auswärtssieg und drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

In Malatya ging es eigentlich recht flott zur Sache. In der 8. Minute war es der angolanische Portugiese Alfredo Gomes Ribeiro, der zur Gästeführung traf. Lukas Podolski stand da, wie eigentlich fast schon zu befürchten war, noch nicht auf dem Feld. Da muss sich Trainer Tamer Tuna auch irgendwann einmal fragen lassen, warum er einen Spieler, der eigentlich selbst auf Krücken in der Lage sein sollte die Bude zu machen, draußen lässt. Muss man als Fußballfan sicher nicht verstehen. Sein Gegenüber Kemal Özdes von Malatyaspor jedenfalls hatte da mehr Mumm und brachte wie immer Umut Bulut, in einem Monat 37 Jahre alt, von Beginn an. Und der zahlte den fußballerischen Sachverstand seines Coaches in der 29. Minute zurück – mit dem Ausgleichstor zum 1:1. Hektisch wurde es in der 31. Minute, denn da schwächte sich Antalya selbst. Der Pfullendorfer Sinan Gümüs, der einst beim VfB Stuttgart kickte, hatte in der 26. Minute Gelb gesehen und verlangte in der 31. Minute sofortigen Nachschlag. Den kriegte er und durfte duschen. Aus der Überzahl schlug Malatya aber kein Kapital und so ging es mit dem Remis in die Kabine.

Podolski kam, sah und siegte

Die zweite Hälfte dümpelte eher vor sich hin. Ereignislos, blutarm und fußballerisch auf einem Niveau, das nicht dazu angetan war, beim Beobachter Begeisterungsstürme hervorzurufen. Da war es in NRW sicher stürmischer – durch Sturmtief Yulia und verärgerte Karnevalisten, die nicht zum "Zoch" konnten. In der 87. Minute hatte Trainer Tuna dann einen Geistesblitz und erinnerte sich wohl daran, dass er einen Stürmer auf der Bank hat, der nicht nur ehemaliger Weltmeister ist, sondern muntere 130 Tore für die deutsche Nationalmannschaft sowie über 70 Tore für einen deutschen Provinzverein mit Namen FC Bayern München in der im Vergleich mit der Süper Lig eher unterklassigen Bundesliga schoss. Kann man im Eifer des Gefechtes als Coach aber auch mal vergessen.


Und dieser Podolski, im Rheinland Prinz Poldi genannt, zeigte dem Trainer dann, wo der Fußballfrosch die Locken hat – er machte in der 89. Minute das entscheidende 2:1 für Antalyaspor. Damit konnte sich der Verein aus der akuten Abstiegsgefahr etwas befreien und liegt nun auf dem elften Rang. Das kann noch leicht korrigiert werden, denn das nachfolgende Rizespor hat zwei Spiele weniger, Malatyaspor und Denizlispor haben ein Spiel weniger als Antalya. Im ungünstigsten Falle hieße das, Antalyaspor könnte noch auf Platz 14 abrutschen. Aber möglicherweise erinnert sich Tamer Tuna ja vor den kommenden Matches an das schnelle Tor von Poldi. Zur Not kann ihn auch mal wer daran erinnern.

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