imago images / AAP

Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder

20.11.2019 20:21 Uhr

Seine zweifelhafte Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und nicht zuletzt ein desaströses Inverview zu den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen haben Prinz Andrew dazu gezwungen, seine öffentlichen Ämter niederzulegen.

Er habe "Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen", erklärte Prinz Andrew am Mittwochabend. Königin Elizabeth II., seine Mutter, habe dem Anliegen zugestimmt.

Der 59-Jährige erklärte, er habe erkannt, dass seine Verbindungen zum verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eine "immense Störung" im britischen Königshaus sowie bei den öffentlichen Einrichtungen und wohltätigen Organisationen, mit denen er verbunden sei, verursacht hätten. "Ich bedauere weiterhin in unmissverständlicher Weise meine unbedachte Verbindung zu Jeffrey Epstein", erklärte Prinz Andrew.

Epsteins Suizid im August lasse "viele Fragen offen, vor allem für seine Opfer", erklärte Prinz Andrew. Er empfinde Mitgefühl für "alle Betroffenen" und hoffe, dass sie "mit der Zeit in der Lage sein werden, ihr Leben wieder aufzubauen". Er sei bereit, "wenn nötig", die Strafverfolgungsbehörden in ihren Ermittlungen zu unterstützen, fügte er an.

Unternehmen und Universitäten rückten von Prinz Andrew ab

Prinz Andrew hatte mit einem am Sonntag in der BBC ausgestrahlten Fernsehinterview zur Epstein-Affäre heftige Kritik auf sich gezogen. In der Folge waren immer mehr Unternehmen und Universitäten von dem Mitglied des britischen Königshauses abgerückt.

In dem Interview hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäußert. Zwar wies der Prinz die Missbrauchsvorwürfe einer zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt minderjährigen Frau gegen ihn im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre zurück. Zahlreiche Medien und Beobachter kritisierten jedoch, dass der Royal dabei kein Wort des Mitgefühls für Epsteins Opfer verloren habe. Stirnrunzeln löste zudem aus, dass Andrew Epsteins Verhalten lediglich als "unziemlich" bezeichnet hatte.

Der US-Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Er hatte jahrelang gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten, darunter auch zum heutigen US-Präsidenten Donald Trump.

Zu Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden?

Die Zeugin Virginia Giuffre hatte ausgesagt, als Minderjährige von Epstein zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden gezwungen worden zu sein, darunter auch mit Prinz Andrew. Dies wies der Prinz in dem Fernsehinterview kategorisch zurück.

Epstein war im August in seiner New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden worden, er beging nach offiziellen Angaben Suizid.

(be/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.