epa/Sergei Ilnitsky

Präsidentschaftswahl in abtrünniger Region

25.8.2019 18:58 Uhr

In Abchasien, die von Georgien abtrünnige Schwarzmeerregion, haben die Menschen einen neuen Präsidenten gewählt. Die Abstimmung am Sonntag verlief nach Angaben der Behörden in der Hauptstadt Suchumi ruhig.

Die mehr als 120 000 Wahlberechtigten konnten unter neun Kandidaten über ihr Oberhaupt für die kommenden fünf Jahre bestimmen. Auch Amtsinhaber Raul Chadschimba stellte sich der Wahl. Ergebnisse sollen am Montag vorliegen.

Sind die Wahlen rechtmäßig?

Chadschimba führt seit 2014 die abtrünnige Region an. Die EU und die USA hatten seine Wahl damals als unrechtmäßig kritisiert. Der 61-Jährige war zuvor unter anderem Regierungschef und Vizepräsident des international isolierten und verarmten Abchasien.

Russland hatte neben Abchasien auch die Region Südossetien nach einem Krieg gegen Georgien 2008 als unabhängig anerkannt. Die Regionen werden militärisch und finanziell von Moskau unterstützt. Nur wenige Staaten haben Südossetien und Abchasien als eigenständig anerkannt, zuletzt tat dies Syrien im Frühjahr 2018. Chadschimba hatte sich erst Anfang August mit Kremlchef Wladimir Putin in Sotschi getroffen und weitere Finanzhilfen vereinbart.

Die Schwarzmeerrepublik Georgien kritisierte die Abstimmung als illegal. Sie habe keine rechtliche Wirkung, teilte das georgische Außenministerium mit. Die sogenannte Wahl sei ein weiterer Versuch Russlands, die illegale Besetzung von Abchasien zu legitimieren.

(an/dpa)

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