Symbolbild: epa/Hedayatullah Amid

Präsidentschaftskandidat lässt Neuzählung blockieren

12.11.2019 14:50 Uhr

In mehreren Provinzen haben Anhänger des afghanischen Präsidentschaftskandidaten Abdullah Abdullah eine von der Wahlkommission angeordnete Neuauszählung von Stimmen blockiert. Vertreter lokaler Wahlkommissionen in mindestens sechs Provinzen berichteten am Montag, dass zwischen 15 und 200 Anhänger von Abdullah sich vor ihren Büros oder den Lagern mit den Wahlurnen versammelt hätten.

Sie würden die Mitarbeiter der Wahlkommission daran hindern, eine Neuauszählung durchzuführen.

Wahlkampfmanager spricht von gewaltlosem Protest

In der Provinz Parwan seien die Abdullah-Anhänger auch bewaffnet und hätten gedroht, das Lager mit den Wahlurnen anzuzünden, sollte eine Stimmennachzählung beginnen. Abdullah, der wichtigste Herausforderer des amtierenden Präsidenten Aschraf Ghani, forderte vergangene Woche, erst 300 000 seiner Ansicht nach ungültige Stimmen auszusortieren, bevor eine Neuauszählung beginnt.

Abdullahs Wahlkampfmanager, Basir Ferosi, bestätigte die Blockaden. Sein Team werde - ohne Gewalt anzuwenden - alles dafür tun, um die Neuauszählung zu verhindern, bis die 300 000 «betrügerischen» Stimmen offiziell ausgesiebt seien. Die Blockaden sollen zudem in den nächsten Tagen auf weitere Provinzen ausgeweitet werden.

Die Präsidentenwahl in Afghanistan fand am 28. September statt. Die Wahlkommission wollte vorläufige Resultate am 19. Oktober verkünden, allerdings verschob sie den Termin auf 14. November. Beide Teams der Spitzenkandidaten Ghani und Abdullah zeigten sich nach der Wahl von ihrem Sieg überzeugt. Beobachter fürchten bei einem umstrittenen Wahlergebnis eine neue politische Krise, die in Gewalt münden könnte.

(an/dpa)

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