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Präsidentin stellt sich zur Wiederwahl

13.6.2019 11:19 Uhr

Bei den Wahlen im Januar 2020 will Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen erneut antreten. In der parteiinternen Vorwahl der regierenden Fortschrittspartei (DPP) gewann die Amtsinhaberin die meisten Stimmen und schlug ihren Rivalen, den früheren Premier Lai Ching-te, wie ein Sprecher am Donnerstag vor der Presse in Taipeh mitteilte.

Damit gaben die Parteimitglieder grünes Licht für die 62-Jährige, als Spitzenkandidatin in die Präsidentschaftswahl zu gehen. Zugleich soll auch das Parlament gewählt werden.

Die oppositionelle Kuomintang hat ihren Präsidentschaftskandidaten noch nicht ausgewählt. Fünf Bewerber treten an, darunter der populäre Bürgermeister der Hafenstadt Kaohsiung, Han Kuo-yu, und der Chef des weltgrößten Elektro-Auftragsfertigers und iPhone-Herstellers Foxconn, Terry Gou. Beide dürften von der chinesischen Führung bevorzugt werden, weil Präsidentin Tsai auf Distanz zu Peking geht, was zu anhaltenden Spannungen zwischen beiden Seiten geführt hat.

Annährung zwischen Taiwan und China

Ohnehin steht die Kuomintang eher für eine Annäherung zwischen Taiwan und China, während die Fortschrittspartei ihre Wurzeln in der Unabhängigkeitsbewegung hat und stärker auf Eigenständigkeit pocht. Zwar war Präsidentin Tsai innenpolitisch unter Druck geraten, bekam aber mit dem härteren Kurs von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping gegenüber Taiwan wieder Aufwind.

Die kommunistische Führung betrachtet die demokratische Insel als Teil Chinas, obwohl Taiwan nie zur Volksrepublik gehört hat. Auch wird mit einer Eroberung gedroht. Weltweit ist Taiwan diplomatisch isoliert, weil Peking mit dem "Ein-China-Grundsatz" fordert, dass andere Länder allein China diplomatisch anerkennen können. Nur weniger als zwei Dutzend Staaten erkennen Taiwan deswegen an. Auch Deutschland unterhält in Taipeh keine Botschaft, sondern nur eine Repräsentanz.

(an/dpa)