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Präsident Erdogan: "Vollmitgliedschaft in der EU bleibt oberstes Ziel der Türkei"

13.1.2021 13:03 Uhr

Präsident Recep Tayyip Erdogan hielt auf dem Botschafter-Treffen der Europäischen Union am 12. Januar in Ankara eine Rede. In seiner Ansprache an die EU-Botschafter sagte Erdogan: "Wir haben die Vollmitgliedschaft nie aufgegeben und sie bleibt unser oberstes Ziel". Er eröffnete ferner, dass die Reformarbeiten bald der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden und betonte: "Die Türkei sollte ihren Platz in der europäischen Familie einnehmen."

Die Türkei will die Beziehungen zur Europäischen Union verbessern, indem sie eine positive Agenda mit dem Block aufstellt und gleichzeitig auf den gleichen Ansatz der EU hofft, betonte der Präsident Recep. "Wir als Land sind bereit, eine positive Agenda aufzustellen und unsere Beziehungen mit einer langfristigen Perspektive wieder in Gang zu bringen. Wir erwarten von unseren europäischen Freunden den gleichen Willen". Seine Kommentare folgen einem Jahr der Spannungen, die die Außenpolitik der Türkei im östlichen Mittelmeerraum sowie in Libyen und Teilen des Nahen Ostens betreffen.

2020 kein einfaches Jahr für die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU

Erdogan sagte auch, er sei offen für die Verbesserung der Beziehungen zu Paris nach Monaten persönlicher Fehden mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. "Wir wollen unsere Beziehungen zu Frankreich vor Spannungen bewahren." Das Jahr 2020 sei in Bezug auf die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU nicht einfach gewesen und er stellte fest, dass sie sich mit vielen "unangenehmen Problemen befassen mussten, von denen die meisten künstlich hergestellt wurden". Einige Mitgliedsländer hätten ihre bilateralen Probleme mit der Türkei durch die Einmischung der EU lösen wollen, so Erdogan. Unter dem Vorwand der Solidarität sei die Türkei-EU-Agenda missbraucht worden.


"Während dieser Ansatz unsere tief verwurzelten Beziehungen erfasst, untergräbt er auch den Anspruch der Europäischen Union, eine Weltmacht zu sein", so Erdogan. "Der konkreteste Indikator für diese Haltung, die wir als strategische Blindheit bezeichnen, ist das Problem des östlichen Mittelmeers und Zyperns. Wir waren im östlichen Mittelmeerraum und auf Zypern schweren Ungerechtigkeiten ausgesetzt", fügte er hinzu. Während der Gespräche in Brüssel im März 2020 einigten sich die Türkei und die EU darauf, das Migrantenabkommen zu aktualisieren, aber Ankara erhielt keine Antwort auf sein Angebot, lautete sein Vorwurf. Die regelmäßigen Gipfeltreffen zwischen der Türkei und der EU sowie der hochrangige Dialog sollten wieder aufgenommen werden, erklärte Erdogan.


(ce)

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