afp

Pompeo zu Gesprächen in Athen

5.10.2019 16:00 Uhr

US-Verteidigungsminister Mike Pompeo ist am Samstag in Athen vom neuen griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis zu Gesprächen über die Verteidigungszusammenarbeit und die Spannungen mit der Türkei um Zypern empfangen worden.

Griechenland könne in der Region eine "strategische Rolle" spielen und ein "Pfeiler der Stabilität" sein, sagte Pompeo. Vor dem Parlament versammelten sich tausende Demonstranten, die Pompeo zu kommunistischen Gesängen zum Verlassen des Landes aufforderten. Mitsotakis wies auf die Spannungen mit der Türkei um Erdgas-Bohrungen vor Zypern hin. Zypern habe beantragt, dass in dieser Frage die internationalen Rechtsnormen angewendet würden und erwarte einen "positiven Beitrag" der USA, um in diesem Konflikt ein "fruchtbareres Klima" herbeizuführen, sagte der griechische Regierungschef. Seit der Entdeckung großer Gasvorkommen vor der Küste Zyperns gibt es mit der Türkei Streit um deren Ausbeutung. Völkerrechtlich umfasst die Republik Zypern die ganze Mittelmeerinsel, doch kontrolliert die Regierung in Nikosia faktisch nur den griechischen Süden. Die EU steht in dem Streit hinter ihrem Mitgliedsland Zypern und betrachtet das Vorgehen der Türkei als illegal. Ungeachtet der Proteste der EU hält die Türkei an ihren Bohrungen fest und entsandte erst kürzlich das Bohrschiff "Yavuz" in das zyprische Hoheitsgebiet. Die Lizenzen für die Bohrungen wurden jedoch im September an den französischen Total- und den italienischen Eni-Konzern vergeben.

Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Nordteil der Insel besetzt. Die seitdem bestehende Türkische Republik Nordzypern wird allerdings nur von Ankara anerkannt. Pompeo traf in Athen auch mit seinem griechischen Kollegen Nikos Dendias und mit Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos zusammen. Auf Fragen nach der Ukraine-Affäre, wegen der die US-Demokraten ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump anstreben, wollte Pompeo nicht antworten.

(be/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.