afp

Pompeo: Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Taliban nicht ausgeschlossen

8.9.2019 18:38 Uhr

Am Sonntagmorgen verkündete US-Präsident Trump das Ende der Friedensgespräche mit den Taliban in Afghanistan, da rudert sein Außenminister Pompeo wieder etwas zurück. In einem Interview hat Mike Pompeo die Wiederaufnahme der Gespräche nicht ausgeschlossen.

Die radikalislamische Gruppe müsse ihre "Haltung verändern" und ihre Zusagen einhalten, sagte Pompeo am Sonntag dem US-Fernsehsender ABC. Trump habe noch nicht entschieden, ob US-Truppen aus Afghanistan abgezogen werden sollten.

"Heiliger Krieg" werde fortgesetzt

Die Taliban warnten unterdessen, die USA würden "mehr als irgendjemand" unter den Folgen der Entscheidung Trumps zu leiden haben. "Unser Kampf in den letzten 18 Jahren sollte den Amerikanern bewiesen haben, dass wir nicht zufrieden sind, bis wir das vollständige Ende der Besatzung erleben", erklärte die Gruppierung in einer Twitter-Kurzbotschaft ihres Sprechers Sabihullah Mudschahid. Bis dahin werde der "heilige Krieg zum Erreichen dieses großen Ziels fortgesetzt". Die Taliban äußerten zugleich die Erwartung, dass sich die US-Regierung zu weiteren Verhandlungen bereit erkläre.

Absage mit Folgen

Trump erklärte die Gespräche am Samstagabend kurz vor dem möglichen Abschluss eines Abkommens überraschend für beendet. Für diesen Sonntag war nach Trumps Angaben eine Begegnung auf dem Landsitz Camp David nahe Washington geplant, bei dem der US-Präsident führende Taliban-Vertreter und den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani zu getrennten Treffen empfangen wollte. Als Begründung für die kurzfristige Absage führt Trump den jüngsten Taliban-Anschlag in Kabul an, bei dem ein US-Soldat getötet wurde. Die USA, die 2001 nach den Terroranschlägen des 11. September in Afghanistan einmarschiert waren und die Taliban gestürzt hatten, verhandelten seit knapp einem Jahr mit der radikalislamischen Gruppe. Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, hatte kürzlich erklärt, es gebe bereits eine Grundsatzeinigung. Demnach wollten die USA rund 5000 der insgesamt 13.000 Soldaten von fünf Stützpunkten in Afghanistan abziehen.

(be/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.