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Polizisten erschossen im vergangenen Jahr seltener auf Menschen

24.7.2019 18:39 Uhr

Deutsche Polizisten haben im vergangenen Jahr elf Menschen erschossen. Weitere 34 Menschen wurden verletzt, wie aus Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht. Der Statistik zufolge schossen Polizisten im Jahr 2018 seltener auf Menschen als im Jahr davor - nämlich 56 Mal und somit rechnerisch alle sechseinhalb Tage.

Für das Jahr 2017 hatte die Polizei-Hochschule noch 75 Fälle von „Schusswaffengebrauch gegen Personen“ gezählt, wobei 14 Menschen getötet und 39 verletzt wurden. Die Polizeigewerkschaften DPolG und GdP wiesen darauf hin, trotz zunehmender Gewalt gegen Polizisten griffen diese nicht häufiger zur Dienstwaffe.

Die Zahlen für 2018 liegen wieder auf ähnlichem Niveau wie 2016:

Damals waren insgesamt 52 Fälle registriert worden, bei denen Polizisten auf Menschen schossen. In der Folge waren elf Menschen gestorben und 28 weitere verletzt worden.

Die Deutsche Hochschule der Polizei ordnet die elf Todesfälle vom vergangenen Jahr Notwehr- beziehungsweise Nothilfe-Situationen zu. Demnach schossen die Polizisten zur Eigensicherung oder um anderen Menschen in Lebensgefahr zu helfen.

„Die Statistik vergangener Jahrzehnte zeigt, dass der polizeiliche Schusswaffengebrauch gegen Menschen nach wie vor die absolute Ausnahme polizeilichen Handelns darstellt“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. „Die seit Jahren feststellbare steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte (...) hat nicht zu einer Steigerung des Einsatzes der Schusswaffe geführt.“

Auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, wies darauf hin, dass der polizeiliche Schusswaffengebrauch in etwa stabil bleibe, „während die Zahl der tätlichen Angriffe auf unsere Kolleginnen und Kollegen seit Jahren zunimmt“.

(gi/dpa)

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