Symbolbild: imago/Michael Trammer

Polizisten durch schwer bewaffnete Autonome verletzt

5.4.2019 15:59 Uhr

Gemeinsam mit einem Staatsanwalt waren griechische Polizisten am Freitag bei einer Razzia in einem Athener Problemviertel unterwegs, als sie plötzlich schwer bewaffneten Autonomen gegenüberstanden. Zwei der Beamten wurden dabei verletzt.

Die zwei Hafenpolizisten hatten zunächst im Hafen von Piräus einen Drogenfund gemacht und anschließend gemeinsam mit einem Staatsanwalt eine Wohnung im Athener Problemviertel Exarchia durchsucht, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dort hätten sie Drogen beschlagnahmt und zwei Frauen festgenommen. Als sie das Gebäude verließen, sahen sich die neun Männer demnach rund 50 Vermummten gegenüber, von denen viele bewaffnet waren.

Exarchia - Ein Viertel in anarchischem Zustand

Bei der folgenden Auseinandersetzung wurde zwei Beamte verletzt - der eine mit einem Messerstich ins Bein, der andere mit Schlägen ins Gesicht. Griechische Zeitungen berichten darüber hinaus, dass auch der Staatsanwalt verletzt worden sei und sich im Krankenhaus befände. Die Autonomen seien zum Teil mit Pistolen, manche sogar mit Sturmgewehren bewaffnet gewesen. Bei der Auseinandersetzung hätten sie zudem den zwei verletzten Polizisten die Waffen entwendet. Außerdem sei einer festgenommenen Frau die Flucht gelungen.

Der Vorfall ist ein weiterer trauriger Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Autonomen im zentral gelegenen Viertel Exarchia. Jedes Wochenende liefern sich die Extremisten dort Straßenschlachten mit der Polizei, die Gegend gilt als rechtsfreie Zone, Drogenhandel ist an der Tagesordnung. Von vielen Bürgern wird linke Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras dafür verantwortlich gemacht. Aus politischem Kalkül und versteckter Sympathie mit den Chaoten scheue sie sich davor, den anarchischen Zuständen im Viertel ein Ende zu bereiten, heißt es.

(sis/dpa)