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Polizist bei Ausschreitungen in Leipzig schwer verletzt

1.1.2020 11:30 Uhr

Bei Ausschreitungen in der Silvesternacht ist in Leipzig ein Polizist schwer verletzt werden. Der 38-Jährige habe im Krankenhaus notoperiert werden müssen, nachdem er von Gewalttätern angegriffen worden sei und das Bewusstsein verloren habe, teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit.

Bei dem Einsatz im linksalternativen Viertel Connewitz seien die Beamten massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beschossen worden. Eine auf Linksextremismus spezialisierte Sonderkommission ermittle wegen versuchten Totschlags.

"Bewusste und gezielte Angriffe auf Menschenleben"

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) sprach am Mittwoch von "bewussten und gezielten Angriffen auf Menschenleben". Es seien "schwere Straftaten" begangen worden, die mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgt würden. "Dieses menschenverachtende Vorgehen grenzt an versuchten Totschlag", erklärte er. Ähnlich hatte sich zuvor Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze geäußert. Er sprach von "offensichtlich organisierten Angriffen", bei denen die Täter "schwerste Verletzungen von Menschen verursachen beziehungsweise in Kauf nehmen". Schultze betonte: "Polizeibeamte sind Menschen."

Neun vorläufige Festnahmen

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben neun Menschen fest; drei von ihnen seien später wieder freigelassen worden. Den Angaben zufolge schlug die Stimmung kurz nach Mitternacht in Gewalt um: Aus einer Gruppe von rund tausend Feiernden am Connewitzer Kreuz im Leipziger Süden seien die Beamten massiv angegriffen worden. Eine "Gruppe von Gewalttätern" habe dabei versucht, einen brennenden Einkaufswagen mitten in eine Einheit von Bereitschaftspolizisten zu schieben. Neben dem Schwerverletzten hätten drei weitere Polizisten leichte Verletzungen erlitten, hieß es in der Erklärung. Die Beamten hätten das Gebiet wegen der Ausschreitungen absperren müssen, es sei nicht mehr befahrbar gewesen. Nach 02.00 Uhr habe sich die Lage wieder entspannt. Das Leipziger Viertel Connewitz ist linksalternativ geprägt. Dort gibt es immer wieder Zusammenstöße von Autonomen mit der Polizei.

(be/afp)

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