epa/Nic Bothma

Polizeistatistik ist ein Desaster

12.9.2019 13:12 Uhr

In Südafrika hat die Polizei ihr jüngste Kriminalitätsstatistik vorgelegt. Grund sie die anhaltenden Proteste gegen die Gewalt im Land. Pro Tag gab es demnach zwischen April 2018 und diesem März knapp 58 Morde sowie 144 Vergewaltigungen und andere Sexualdelikte.

"Die Statistik schaut nicht gut aus", gab Polizeiminister Bheki Cele am Donnerstag bei der Präsentation der Zahlen im Parlament zu.

Frauenmorde sorgen für Empörungen

Die Zahl der Morde habe sich um 3,6 Prozent auf 21 022 Fälle erhöht, die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen und Sexual-Strafdelikte um 4,6 Prozent auf 52 420 Fälle. Nicht eingerechnet sind dabei die jüngsten Gewaltausbrüche, die im In- und Ausland zu Protesten geführt haben.

In den vergangenen Wochen hatte mehrere Fälle von Frauenmorden für Empörung gesorgt. Eine Internet-Petition für eine Wiedereinführung der Todesstrafe für Verbrechen an Frauen in Südafrika hatte binnen weniger Stunden Hunderttausende Unterstützer gefunden.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Morde als "Fleck auf unserem nationalen Gewissen" verurteilt. Zudem kamen in den vergangenen zwei Wochen ein Dutzend Menschen bei gewalttätigen Übergriffen ums Leben, die sich oft gegen andere afrikanische Migranten richteten. Sie hatten in mehreren anderen afrikanischen Ländern zu Protesten geführt.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.