Screenshot Facebook

Polizeibekannter Schläger tritt Kleinwüchsigen zu Tode

20.5.2020 8:27 Uhr

Es ist eine Tat gewesen, die in ganz Deutschland tiefe Abscheu hervorgerufen hat. Der kleinwüchsige Ibrahim "Ibo" Demir (41 †) besuchte am Freitag seine Mutter und brach dann zu sich auf. Auf dem Heimweg kaufte er – wie im Ruhrgebiet nicht unüblich – beim Kiosk noch schnell einige Dinge ein. Da traf er seinen Peiniger, der ihn schlug, misshandelte und zu Tode trat. "Ibo" maß nur 142 cm an Körpergröße. Doch wer ist Peiniger, der sich an einem Kleinwüchsigen vergriffen hat und allen Respekt vor dem menschlichen Leben fallen ließ? Asir A. heißt der mutmaßliche 39-jährige und polizeibekannte Täter, der nun in Haft sitzt.

Täter und Opfer kannten sich. Der nun Inhaftierte räumte auch ein, im Zuge eines Streites den kleinwüchsigen "Ibo" Demir schwer misshandelt zu haben. Augenzeugen berichteten der "Bild", dass man den wesentlich größer gewachsenen und kräftigen Täter sah, wie er wiederholt auf das am Boden liegende Opfer eintrat. Dabei ist der mutmaßliche Täter Asir A. kein unbeschriebenes Blatt. Nahezu jeder Mensch, den man in diesem Viertel befragt, hat eine Geschichte zum mutmaßlichen Täter zu erzählen – die sich stets sehr ähnlich sind. Aggressiv, pöbelnd, auf der Suche nach Streit – besonders dann, wenn er Drogen nahm oder betrunken war.

Quelle: Privatbild

Tatmotiv: Mobbing oder rassistisches Hate-Crime?

Erklärtes Ziel soll immer wieder der kleinwüchsige Ibrahim "Ibo" Demir gewesen sein. Grund? Da gibt es mehrere Untersuchungsansätze und sollte der zweite davon zutreffen, kann sich das für Asir A. strafverschärfend auswirken. Als erste Option steht im Raume, dass sich Asir A. einfach gerne an dem körperlich unterlegenen "Ibo" abarbeitete, ihn gezielt wegen seiner Kleinwüchsigkeit mobbte. Eine weitere Option weist weit brisantere Hintergründe auf. Beide Männer, die ungefähr im gleichen Alter waren, eint etwas: Der Hintergrund der Vorfahren, die aus der Türkei stammen. Und doch unterschied sie offensichtlich viel, denn Ibrahim "Ibo" Demir definierte sich selbst als Kurde, Asir A. zeigte auf seinem eigenen Facebookprofil gerne den Wolfsgruß.

Screenshot Facebook-Accout Asir A.

Sollte sich nun anhand der polizeilichen Ermittlungen herausstellen, dass Asir A. sein Opfer wegen seines Selbstbekenntnisses des kurdischen Hintergrundes geschlagen und dann zu Tode getreten hat, ist auch ein Tötungsdelikt aus politischen Motiven annehmbar. Und das würde in dem Fall mit einem Strafzuschlag geahndet. So oder so werden sicherlich einige Dinge strafverschärfend ins Verfahren geworfen, wenn Asir A. vor Gericht steht. Seine körperliche Überlegenheit und natürlich sein einschlägiges Vorstrafenregister, laut dem er als gewaltbereit gelten soll, werden ihn bei einer Verurteilung lange Zeit aus dem Verkehr ziehen. Ob das für die Familie von "Ibo" Demir, die ihren Sohn, Bruder und Onkel verloren hat, ein Trost sein wird, darf jedoch bezweifelt werden.

(ce)

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