epa/Roman Pilipey

Polizei verbietet Demonstration

29.8.2019 11:54 Uhr

Eine geplante Massendemonstration hat die Polizei in Hongkong verboten. Der Antrag des Protestbündnisses Civil Human Rights Front wurde abgelehnt, wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" am Donnerstag berichtete.

Die Gruppe hatte in den vergangenen Wochen mehrfach über eine Million Menschen auf die Straße gebracht. Sie wollte am Samstag eine Kundgebung und einen Marsch zum Verbindungsbüro der chinesischen Regierung abhalten.

Verbote von Demonstrationen hatte es während der seit mehr als zweieinhalb Monaten andauernde Proteste immer wieder gegeben. Jedoch gingen viele Protestler dennoch auf die Straße. Laut Hongkonger Medienberichten ist es allerdings das erste Mal, dass ein Marsch und eine Versammlung gemeinsam untersagt wurden. Die Polizei begründete ihre Entscheidung mit der Befürchtung von Ausschreitungen.

Weitere Demonstrationen geplant

Durch das Verbot zeige die Regierung, dass sie nicht bereit sei, der Öffentlichkeit zuzuhören, zitierte die "South China Morning Post" den Mitorganisator Jimmy Sham, der Einspruch gegen die Entscheidung einlegen wollte. Sham, so berichte die Zeitung weiter, wurde am Donnerstag in einem Restaurant von zwei maskierten Männern mit Baseball-Schlägern angegriffen. Er blieb unverletzt, aber ein Freund musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Demonstrationen, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Protestler und der Polizei endeten. Bei der Protestbewegung geht es um Angst vor einem steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung in Polizeigewalt bei den Protesten.

Am Mittwoch waren Tausenden Demonstranten auf die Straße gegangen, die der Polizei auch sexuelle Übergriffe auf Protestler vorwarfen.

(an/dpa)

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