afp

Polizei schießt in Menschenmenge

2.10.2019 14:51 Uhr

Erneut hat die Polizei in Bagdad bei Protesten gegen die Regierung Schüsse abgegeben. Erst gestern wurden bei schweren Ausschreitungen in der irakischen Hauptstadt zwei Menschen getötet.

Polizisten eröffneten am Mittwoch im nördlichen Hauptstadtbezirk Al-Schaab und im südlichen Bezirk Saafaranija das Feuer, wie ein AFP-Journalist berichtete. Präsident Barham Saleh hatte die Polizei zuvor zu "Zurückhaltung" aufgefordert und die Gewalt vom Vortag verurteilt. "Friedlicher Protest" sei ein Verfassungsrecht, sagte Saleh. Am Dienstag waren bei Protesten in Bagdad und im Süden des Landes zwei Demonstranten getötet worden.

200 Verletzte, darunter 40 Polizisten

In Bagdad waren mehr als 200 weitere Menschen schwer verletzt worden, darunter auch 40 Polizisten. Die Sicherheitskräfte hatten Tränengas und scharfe Munition eingesetzt, um die hunderten Demonstranten im Zentrum Bagdads auseinanderzutreiben .Am Mittwoch blieb der zentrale Tahrir-Platz abgesperrt, die Demonstranten wichen deshalb in die Außenbezirke aus. Die Proteste richten sich vor allem gegen Korruption im irakischen Regierungsapparat, aber auch gegen die chronischen Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung.

Die UN-Sonderbeauftragte für den Irak, Jeanine Hennis-Plasschaert, erklärte ihr "tiefes Bedauern über die Todesopfer" und gab ihrer "massiven Sorge" über die Gewalt Ausdruck. Ein Sprecher des irakischen Innenministeriums erklärte, die Gewalt sei von "Eindringlingen" verübt worden, welche die Sicherheitskräfte unterwandert hätten. Das Parlament ordnete eine Untersuchung an.

(an/afp)

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