Symbolbild: epa/Oliver Weiken

Polizei räumt Büro der UNHCR

30.10.2019 22:33 Uhr

Seit Wochen kampieren in Kapstadt Migranten in einem Büro der UN-Flüchtlingshilfe (UNHCR). Nun ist die südafrikanische Partei eingeschritten. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Polizisten Wasserwerfer einsetzten. Zahlreiche Ausländer wurden vor laufenden Kameras in Polizeitransportern weggefahren.

«Das war wie eine Armee, die anrückte (...) Sie feuerten Gummigeschosse und Blendgranaten in die Menge», sagte der Menschenrechtsaktivist Zakie Ahmad, der sich als Augenzeuge im TV-Sender eNCA äußerte.

Schwer, an gültige Aufenthaltsgenehmigungen zu kommen

Die Menschen - darunter viele Frauen und Kinder - hatten aus Angst um ihre Sicherheit von den Vereinten Nationen sicheres Geleit aus dem Kap-Staat gefordert. Anfang September waren bei gewalttätigen Übergriffen und Plünderungen in Johannesburg und Pretoria zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Gewalt richtete sich vor allem gegen Migranten aus anderen Ländern des Kontinents. Viele von ihnen leben in Südafrika, weil sie auf der Flucht sind, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Gültige Aufenthaltsgenehmigungen sind nur schwer zu bekommen - viele dieser Ausländer sind daher illegal im Lande. In der Vergangenheit wurden Einwanderer aus Nachbarländern wiederholt verantwortlich gemacht für die hohe Arbeitslosigkeit von 29,1 Prozent in Südafrika.

Finanzminister Tito Mboweni sagte am Mittwoch im Parlament, dass die Wirtschaft nicht stark genug wachse. Er forderte zugleich einen neuen Schwung beim Kampf gegen die Ausländerfeindlichkeit.

(an/dpa)

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