epa/Vickie Flores

Polizei prüft Rede von Brexit-Hardliner

29.9.2019 9:05 Uhr

Mit seiner aggressiven Rhetorik zum Austritt Großbritanniens in der EU hat der Chef der Brexit Partei Nigel Farage die Polizei auf den Plan gerufen. Sie sehe in seiner Wortwahl aber keinen Grund für weitere Ermittlungen, teilte die Polizei von Gwent in Wales am Samstag nach der Überprüfung der Redepassage mit.

Farage hatte sich vor einer Woche vor Anhängern in Newport despektierlich über die Arbeit von Regierungsbeamten geäußert: Sie seien "überbezahlte Schreibtischtäter", die "keine neutrale Arbeit" leisteten. "Wenn der Brexit vollendet ist, bringen wir das Messer zu ihnen. In Ordnung? Ich habe genug von allem." Man solle lieber den Chefs der Häfen von Calais und Dover am Ärmelkanal glauben, die sagten, dass sie 100-prozentig auf den Brexit vorbereitet seien.

Rief Farage zu Gewalt auf?

Bei der Polizei gingen Beschwerden ein, die in der Rede einen Aufruf zur Gewalt sahen. Andere meinten im Kurznachrichtendienst Twitter, dass es sich um eine nicht wörtlich zu nehmende Phrase handele.

Auch Premierminister Boris Johnson war kürzlich wegen seiner Wortwahl im Parlament stark in die Kritik geraten. Er selbst zeigte sich davon unbeeindruckt: Würde man Wörter wie "Kapitulation" aus dem politischen Diskurs verbannen, drohe die Sprache zu verarmen.

Seine Schwester Rachel Johnson nannte dagegen eine solche Wortwahl "in höchstem Maße verwerflich". Ihr Bruder benutze Worte wie "Kollaborateur" und "Verräter" in Verbindung mit Gegnern eines ungeregelten Brexits, als ob diese für ihre Meinung "gehängt, ausgeweidet und gevierteilt" werden sollten.

Auch mehr als 100 Bischöfe der Kirche von England hatten den Sprachgebrauch im Streit um den Brexit im Parlament kritisiert.

(an/dpa)

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