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Polizei nimmt nach Tod von Journalistin zwei Verdächtige fest

20.4.2019 12:04 Uhr

Am Rande von Auschreitungen in der nordirischen Stadt Londonderry wurde eine Journalistin erschossen. Jetzt hat die Polizei zwei Verdächtige in dem Fall festgenommen. Wie die nordirische Polizei am Samstag mitteilte, wurden die Männer im Alter von 18 und 19 Jahren auf der Grundlage von Anti-Terror-Gesetzen festgenommen und nach Belfast zum Verhör gebracht.

Die Polizei hatten den gewaltsamen Tod der 29-jährigen Lyra McKee in der Nacht zum Karfreitag als "terroristischen Vorfall" bezeichnet und Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen. In Derry war es am Donnerstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Vermummte warfen im Wohnviertel Creggan Brandsätze auf Polizisten und steckten Autos in Brand. McKee wurde nach Polizeiangaben getroffen, als ein Mann auf Polizisten schoss. Sie starb kurz darauf im Krankenhaus.

"Derry heute Abend. Völlig verrückt"

McKee hatte viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben und unter anderem für das Magazin "The Atlantic" und Buzzfeed News gearbeitet. Noch am Donnerstagabend hatte sie ein Foto bei Twitter veröffentlicht, das die Unruhen in Creggan zeigte. "Derry heute Abend. Völlig verrückt", schrieb sie dazu. Am Osterwochenende erinnern irisch-katholische Nationalisten jedes Jahr an den Osteraufstand gegen die Briten in Dublin im Jahr 1916. Vor 21 Jahren wurde der Nordirland-Konflikt mit dem Karfreitagsabkommen beendet. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang Katholiken und Protestanten bekämpft. Seit den 60er Jahren starben dabei 3500 Menschen, viele wurden von der Untergrundorganisation IRA getötet.

Schauplatz des "Bloody Sunday"

Die Stadt Derry, von den Protestanten Londonderry genannt, war 1972 Schauplatz des "Bloody Sunday". Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet. In den vergangenen Monaten hatte die Gewalt in Nordirland wieder zugenommen. Die Polizei macht dafür die paramilitärische Gruppe "New IRA" verantwortlich. Im Januar detonierte in Derry eine Autobombe. Nordirland spielt auch im Brexit-Streit eine entscheidende Rolle. Das Karfreitagsabkommen sieht neben der Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken eine Grenze zwischen Irland und Nordirland ohne Kontrollen vor. Die EU-Staaten sehen das Karfreitagsabkommen gefährdet, sollten im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU wieder Grenzkontrollen zwischen Nordirland und Irland eingeführt werden.

(be/afp)