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Polizei nimmt Attila Hildmann in Berlin fest

29.8.2020 21:56 Uhr

Attila Hildmann, einst veganer Starkoch türkischer Herkunft, der mittlerweile primär als rechtsextremer Verschwörungstheoretiker mit völlig abstrusen Theorien Aufsehen erregt, wurde am Samstag vor der russischen Botschaft in Berlin festgenommen. Hildmann nahm an der großen Anti-Corona-Demo teil und soll die Demoteilnehmer aufgestachelt haben.

Wie Polizeisprecher Thilo Cablitz der Berliner Polizei meldet, ist es im Zuge der Anti-Corona-Demo in Berlin bis in die frühen Abendstunden zu rund 300 Festnahmen gekommen. Mit dabei laut Polizei Berlin "auch ein Autor veganer Kochbücher". Da das Bild- und Videomaterial der Festnahme von Hildmann jedoch schon die Runde gemacht hatte, wussten die Social Media, um wen es sich dabei handelte. Vor der russischen Botschaft in Berlin stand der Koch im Kreise seiner Anhängerschaft vor 2000 Personen und peitschte die Anwesenden hoch. Dann erfolgte der Zugriff und der 39-jährige Attila Klaus Peter Hildmann wurde abgeführt. Wie lange der Ex-Koch im Polizeigewahrsam bleiben muss, ist zur Stunde noch unklar.

Corona-Demo mit 35.000 Menschen in Berlin

Rund 35.000 Menschen sollen nach Angaben der Polizei in Berlin zusammengekommen sein, um unter Missachtung sämtlicher Regeln des Social Distancing und ohne Mund-Nasen-Schutz gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu demonstrieren. Überall in den Demos waren Frontfiguren aus dem rechtsextremen Lager zu entdecken, es wurden Reichs- und Reichskriegsflaggen geschwungen und die Inhaftierung oder Absetzung der Regierung gefordert. Zuerst meldete die Polizei, dass die Demos weitgehend friedlicher Natur wären, aber gegen Abend änderte sich das Bild offensichtlich. Die Polizei wurde mit Steinen- und Flaschenwürfen attackiert, als sie ihre Räumungsmaßnahmen durchführte.

Auf den Reichstagswiesen durchbrachen am Abend Demonstranten Absperrungen der Polizei und stürmten die Treppen zum Reichstagsgebäude hoch, ohne ins Innere vorzudringen. Die Polizei drängte die Chaoten, die überwiegend russische Fahnen oder Reichsflaggen schwangen, zurück. Dabei kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen und Festnahmen. Abgezogen sind die Eindringlinge auf den Treppen und vor dem Gebäude dann, als zwei Wasserwerfer aufzogen.

(ce)

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