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Polats Prognose: Erzurumspor vs. Trabzonspor

15.3.2019 21:31 Uhr, von Anil P. Polat

Am Samstagnachmittag hat Aufsteiger BB Erzurumspor Schwarzmeer-Vertreter Trabzonspor zu Gast. Im Zuge des 26. Spieltages de Spor Toto Süper Lig werden beide Team im Kazim Karabekir-Stadion um drei Punkte kämpfen.

Erzurumspor liegt vor diesem Aufeinandertreffen mit 22 Punkten aus 25 Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Klub befindet sich in akuter Abstiegsgefahr, da der Rückstand zum rettenden Ufer bereits sechs Punkte beträgt, bei noch neun verbleibenden Spielen. Ein Dreier wäre für die „Dadaslar“ enorm wichtig, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter aufrechterhalten zu können.

Trabzonspor liegt mit 40 Punkten im Soll. Das verjüngte Team der Bordeauxrot-Blauen belegt derzeit Rang vier und damit auch einen Platz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde. Der ärgste Verfolger Atiker Konyaspor liegt im Moment fünf Zähler hinter dem Team von Ünal Karaman. Diesen Abstand will Trabzon wahren und gleichzeitig seinen Angriff auf Platz drei fortsetzen.

Erzurum muss gewinnen

Letzte Woche gewann Trabzonspor mit 2:1 gegen Teleset Mobilya Akhisarspor. Sollte in Erzurum ein weiterer Sieg gelingen, wäre es das erste Mal in der Rückrunde, dass Trabzon zwei aufeinanderfolgende Partien erfolgreich beendet. Erzurum ist indes seit drei Spielen sieglos und benötigt dringend ein Erfolgserlebnis. Mit gerade einmal vier Siegen weist Erzurum unter allen Süper Lig-Klubs in dieser Saison die wenigsten Erfolge auf. Mit zehn Remis gehört man zu den Vereinen mit den meisten Unentschieden. Aber eine weitere Punktteilung würde Erzurumspor in dieser Phase nicht weiterhelfen.

Beide Teams müssen eine Reihe von Ausfällen kompensieren. Erzurumspor bangt um die Einsätze der verletzten Egemen Korkmaz, Samed Kaya und Rashad Muhammed und Ibrahim Akdag. Gilles Sunu fehlt definitiv aufgrund einer Gelbsperre. Bei Trabzonspor ist hingegen Yusuf Yazıcı gesperrt, während Joao Pereira, Ogenyi Onazi, Abdülkadir Ömür und Kamil Ahmet Çörekçi verletzungsbedingt aussetzen müssen.

FAZIT: Das Timing für den Trainerwechsel bei Erzurumspor erscheint absolut falsch gewählt. Zwar hatte das Team Probleme Siege einzufahren, doch vor der Ankunft des nun entlassenen Mehmet Özdilek hatte Erzurum nicht eine einzige Begegnung in der Süper Lig gewonnen. Unter der Leitung von Özdilek konnte Erzurumspor vier Siege und fünf Unentschieden bei nur drei Niederlagen einfahren. Mit den Neuzugängen im Winter war endlich ein strukturiertes und diszipliniertes Spielsystem zu erkennen. Die Defensive wirkte viel organisierter und das Spiel gegen den Ball funktionierte deutlich besser als noch in der Hinrunde. Erzurum hatte zwar weiterhin Probleme die Spiele zu entscheiden. Das lag zum einen an der anhaltenden Abschlussschwäche und dem mangelnden Killerinstinkt. Zum anderen waren in einigen Spielen auch fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen zu Lasten von Erzurum dabei, die am Ende spielentscheidend waren.

Der Vorstand von Erzurum entschied, statt auf Kontinuität zu setzen und dem positiven Trend Rechnung zu tragen, nicht mit Özdilek weitermachen zu wollen. Als Nachfolger wurde Hamza Hamzaoglu präsentiert. Ein neuer Trainer sorgt oftmals auch für neuen Schwung. Doch nach der Entlassung von Özdilek verlor Erzurum am letzten Spieltag direkt 1:2 in Alanya. Für ein Team ist es gerade in der Endphase der Saison wichtig, dass die spielerischen Abläufe sitzen. Hamzaoglu wird nun bestrebt sein, seine Spielphilosophie zu etablieren. Das könnte jedoch das größte Problem werden. Bis die Mannschaft die taktischen Vorgaben des neuen Coaches verinnerlich hat und das Team entsprechend eingespielt ist, dürfte die Saison bereits zu Ende sein. Der Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt ist vermutlich das größte Risiko, was der Vorstand der Blau-Weißen eingehen konnte. Durch diese Entscheidung avanciert Erzurum zum Favoriten auf den Abstieg.

Mentales Momentum bei Trabzonspor

Dieser Umstand und die Verunsicherung in den Köpfen des Gegners, die sicherlich gerade durch die Veränderungen und den ohnehin großen Druck im Abstiegskampf herrscht, könnte Trabzonspor zu seinen Gunsten nutzen. Zwar konnte Trabzon den Kader wegen einer Transfersperre im Winter nicht verstärken und musste wegen diverser Verletzungen mit einer kleinen Rotation zurechtkommen. Doch die Karaman-Elf scheint sich nach einem durchwachsenen Rückrundenstart wieder gefangen zu haben. In den letzten drei Spielen sammelte der Klub von der Schwarzmeerküste sieben Punkte und will den positiven Trend fortsetzen.

Kernstück des Spiels ist die Offensive um Mittelfeldregisseur Jose Sosa. Spielt der Argentinier gut, spielt Trabzonspor gut. Vor allem die ansteigende Formkurve von Anthony Nwakaeme, der zudem gut mit Stürmer Hugo Rodallega harmoniert, eröffnen mehr wirkungsvolle Optionen im Angriff. Auch Abdülkadir Parmak hat einen Sprung nach vorn gemacht. Grundsätzlich dürfte die Offensive von Trabzon Vorteile gegenüber der Verteidigung von Erzurum besitzen. Aber der gleichzeitige Ausfall von Yusuf Yazici und Abdülkadir Ömür, die insbesondere im Eins gegen Eins sowie bei den finalen Pässen ihre Stärke haben, limitiert die Offensivalternativen von Trainer Ünal Karaman. Sollte die Angriffsreihe der Startelf Probleme haben, fehlen auf der Bank der Gäste Spieler, die für neue Impulse sorgen und das Angriffsspiel verändern können. Trotz dieses Umstand sollte am Ende ein knapper Arbeitssieg für Trabzonspor herausspringen.

Voraussichtliche Aufstellungen

BB Erzurumspor: Sehic – Ünlü, Gör, Kanstrup, Schwechlen – Scuk, Akdag, Bassan, Obertan, Eduok – Munsy

Trabzonspor: Cakir –Toure, Türkmen, Hosseini, Novak – Parmak, Sosa, Ekuban, Amiri, Nwakaeme – Rodallega

Schiedsrichter: Ali Palabiyik

Austragungsort: Kazim Karabekir-Stadion (Erzurum)

Anstoß: 14:00 Uhr (MEZ)

TV-Übertragung: beIN SPORTS 1

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