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Polats Prognose: Besiktas vs. Konyaspor

9.3.2019 19:54 Uhr, von Anil P. Polat

Die Titelchance existiert zwar mathematisch betrachtet noch immer für Besiktas. Doch nach einem Rückstand von 13 Punkten zur Tabellenspitze glaubt bei den Schwarz-Weißen keiner mehr realistisch gesehen an die Meisterschaft. Nun muss man Atiker Konyaspor im Kampf um die Europa League-Plätze abwehren und hofft insgeheim auf die Champions League-Qualifikation.

Mit 41 Punkten aus 24 Spielen liegt Besiktas 13 Punkte hinter Spitzenreiter Medipol Basaksehir (54) und fünf Zähler hinter dem Tabellenzweiten Galatasaray (46). Die Titelchance scheint unwiderruflich verloren, doch noch hätte man die Möglichkeit mit Rang zwei die Champions League zu erreichen, was aus wirtschaftlicher Hinsicht sehr wichtig für den finanziell angeschlagenen Klub vom Dolmabahce-Palast wäre. Aktuell liegt man als Tabellendritter vier Punkte vor Trabzonspor (37).

Aber auch Atiker Konyaspor (35) lauert bei nur sechs Punkten Differenz auf die Gelegenheit, die Europa League zu erreichen. Daher wird Besiktas bemüht sein Konya am 25. Spieltag der Süper Lig (Sonntag, den 10. März, 17:00 Uhr MEZ) auf Abstand zu halten, während die Gäste aus Zentralanatolien den Rückstand verkürzen wollen. Denn nur der Dritte und Vierte der Liga qualifizieren sich für die Europa League (abhängig vom Ausgang des Pokals).

Der Augenblick in dem das Momentum umschlug

Nach einem guten Rückrundenstart mit 13 Punkten aus den ersten fünf Partien der zweiten Saisonhälfte sah es anfangs so aus, als könne Besiktas nach einer schwachen Hinrunde doch noch einmal eingreifen im Titelrennen. Nach dem ersten Durchgang im Derby gegen Fenerbahce und beim Halbzeitstand von 3:0 glaubten plötzlich fast alle BJK-Anhänger an eine fulminante Aufholjagd in der Süper Lig. Doch 45 Minuten später als die Begegnung mit einem Endresultat von 3:3 abgepfiffen wurde, sah die Welt plötzlich ganz anders aus. Die „Schwarzen Adler“ schlugen hart auf dem Boden der Tatsachen auf und mussten sich eingestehen, dass es auch diese Saison wohl nichts mit der Titelfeier wird.

Als Senol Günes kurze Zeit später offiziell als Nationaltrainer der Türkei vorgestellt wurde und sein Abgang zum Saisonende damit ebenfalls Gewissheit war, schlug die Stimmung unter Anhängerschaft noch weiter ins Negative um. Auch im letzten Ligamatch gegen Istikbal Mobilya Kayserispor vergab Besiktas eine zwischenzeitliche 1:0-Führung und rettete beim 2:2 durch einen Glückstreffer gerade noch so einen Punkt.

Gesperrte und Verletzte Spieler sowie Unzufriedenheit im Team

Gegen Konyaspor ist der Einsatz von Gökhan Gönül und Shinji Kagawa fraglich. Beide Akteure sind verletzt. Senkrechtstarter Dorukhan Toköz fehlt aufgrund einer Gelbsperre. Das lange Hin und Her im Wechseltheater um Ricardo Quaresma hat ebenfalls Spuren im Team hinterlassen. Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft ist bei weitem nicht mehr so gut, wie sie zu sein pflegte. Auch Gary Medel ist unzufrieden mit seiner Reservistenrolle und wird regelmäßig mit einem Transfer ins Ausland in Verbindung gebracht. Das sorgt für zusätzliche Unruhe.

Bei Atiker Konyaspor könnte die Lage kaum besser und entspannter sein vor diesem Duell. Nach der Rückkehr von Trainer Aykut Kocaman, unter dem die Grün-Weißen ihren bisher größten Erfolg mit dem Gewinn des türkischen Pokals 2017 feierten, liegt man in Konya wieder über den Erwartungen. Mit dem Abstiegskampf hat man im Moment nichts zu tun. Selbst der Europapokal ist wieder in Reichweite. In der Rückrunde gab es in sieben Spielen zwei Siege, vier Unentschieden bei nur einer knappen Niederlage gegen Kayserispor (0:1).

Allerdings ist Konyaspor seit fünf Spielen sieglos, auch wenn man eben nur das eine Spiel gegen Kayseri verlor und vier Remis holte. Dafür hat Konyaspor zur alten Defensivstärke gefunden, die unter Kocaman so berühmt-berüchtigt ist. In den letzten sieben Partien kassierte Konya lediglich fünf Gegentreffer. Fallou Diagne, Jens Jönssen und Mustapha Yatabare laborieren an Verletzungen und drohen gegen Besiktas auszufallen. Dennoch kann Konya gelassen in die Partie gehen. Man steht nicht in der Pflicht. Die Mevlana-Stadt könnte im besten Fall eine weitere Europapokal-Saison erleben, was aber nicht zwingend erwartet wird.

FAZIT: Zu diesem Zeitpunkt ist Konyaspor sicherlich ein denkbar unangenehmer Gegner für Besiktas. Gemeinsam mit Galatasaray besitzt Konya (25 Gegentore) die zweitbeste Abwehr der Liga. Besiktas hat nach der Verpflichtung von Burak Yilmaz zwar endlich wieder einen Stürmer im Team der zuverlässig trifft, doch in der Defensive herrscht absolute Verunsicherung. Kein Vorsprung scheint hoch genug, um sich tatsächlich in Sicherheit zu wähnen. Auch der bevorstehende Abgang von Trainer Senol Günes wird die ohnehin schlechte Stimmung nach dem Rückschlag im Titelrennen nicht verbessert haben.

Ob Besiktas gerade gegen gut verteidigende Konya-Spieler der mentale Befreiungsschlag gelingt, ist in dieser Verfassung äußerst fraglich. Konyaspor hat auf der Gegenseite seit längerem keinen Sieg eingefahren und weist Mängel im Abschluss auf. Diese Defizite in der Offensive von Konya und die Probleme von Besiktas lassen ein Unentschieden im Vodafone-Park in den Vordergrund treten. Ein Punktverlust von Besiktas gegen Konyaspor wäre zum derzeitigen Zeitpunkt keine Überraschung.

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