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Podolski auf der Bank - Besiktas siegt in Rize

2.2.2020 13:05 Uhr, von Chris Ehrhardt

In der türkischen Süper Lig schaute man mit Argusaugen auf das Match Rizespor gegen Besiktas Istanbul. Würde der neue Trainer Sergen Yalcin endlich wieder Siege bringen? Das Gute vorab: Ja, Besiktas kann noch gewinnen – aber überzeugend war der Sieg in Rize sicher nicht. Antalyaspor und Konyaspor trennten sich mit einem torlosen Remis im Duell der Kellerkinder. Fußnote: Ex-Weltmeister Lukas Podolski saß volle 90 Minuten auf der Bank, was sehr überraschend ist. Basaksehir scheint seine Heimstärke zurück zu haben, denn der Aufsteiger Genclerbirligi Ankara wurde in Istanbul klar mit 3:1 bezwungen.

Das Spiel Rizespor gegen Besiktas war nicht wirklich ein fußballerisches Highlight – was jedoch auch nicht zu erwarten war. BJK wollte unbedingt gewinnen und Rize auf keinen Fall verlieren. Da gibt es dann eben mehr Krampf und Kampf als Spiel. In der 29. Minute ließ Burak Yilmaz seinen neuen Coach Sergen Yalcin und die Fans jubeln. Adem Ljajic und Atiba Hutchinson zeigten, dass Besiktas auch schön spielen kann und Kapitän Burak vollendete – 0:1. Wer dachte, nun würde alles gut, musste in der 36. Minute heftig schlucken. Nach einem Zuspiel eierten Victor Ruiz, Domagoj Vida und Loris Karius ganz übel durch die Box und der Tscheche Milan Skoda bedankte sich artig mit dem Ausgleich – 1:1. Nach dem Pausentee drehte Rizespor auf und hatte sattsam Pech. Aminu Umar traf das Alu und Skoda, der kurz zuvor noch ein Ferrari war, wurde wieder "zurückverwandelt" und scheiterte bei einer Top-Chance kläglich. Umar versagten danach nochmals im 1-gegen-1 die Nerven, als er sich Karius gegenüber sah. Ein todsicheres Dingen bekam er nicht in die Maschen, was schon peinlich war. Und so kam es, wie es kommen musste: Machst du deine Chancen vorne nicht rein, klingelt es viel zu oft hinten. In der 79. Minute passierte exakt das. Ljajic spielte Gökhan Gönül an und der Senior machte es weit besser als der Youngster Umar und traf mit einem Hämmerchen – 1:2. Nun darf man gespannt sein, wie sich die Schwarzen Adler aufstellen, wenn Kevin-Prince Boateng, der hoffentlich leidensfähig ist, spielen darf.

Podolski – gute Sicht auf der Bank in Antalya

Mit großer Spannung wurde auf das Spiel Antalyaspor gegen Konyaspor, das Duell der Kellerkinder der Süper Lig, gewartet. Wegen des Spiels? Nein. Die Frage war: Würde Ex-Weltmeister Lukas Podolski seinen ersten Einsatz bei Antalya bekommen. Doch das war schnell geklärt, denn er nahm zu Beginn der Partie auf der Bank Platz. Gut, dann würde er sich später kommen. Dachte man. Und auch da dachte man falsch. Auf dem Platz sahen wir eine Elf von Konya, die mit dem Gegner nach Belieben spielte, aber selbst beste Chance entweder verdaddelte oder innerlich Torhüter Ruud Boffin verfluchte, der zum Keeper-Giganten mutierte.

Lukas Podolski blieb im Kellerduell zwischen Antalyaspor und Konyaspor ohne Einsatzzeit

Und das sind dann die Momente, da fängst du an, am Fußballsachverstand der Trainer in der Süper Lig zu zweifeln. Der Gegner, hier Konyaspor, ist ein direkter Mitkonkurrent im Spiel gegen den Abstieg. Da musst du drei Punkte holen – egal wie. Das Team scheitert in Serie vor deiner Bude. Und du hast einen Instinktkicker wie Lukas "Prinz Poldi" Podolski im Team, der knapp dreistellig Buden in der Bundesliga knipste, 50 Hütten für Deutschland machte, 20 Tore für Galatasaray einstielte und ebenso 20 Goals für den FC Arsenal auf dem Ticker hat. Der ist immer für ein "dreckiges Tor" gut. Fehlt Kondition, schickst du ihn eben in den letzten 20 oder 15 Minuten aufs Feld. Ihn aber ganz draußen zu lassen, ist für einen Trainer der fußballerische Offenbarungseid und den hat Tamer Tuna damit abgegeben. Natürlich kann das auch in die Hosen gehen, doch dann geht man zumindest mit "fliegenden Fahnen" unter. Man sollte vielleicht den Kernsatz zum Fußball von Oliver Kahn während seiner Zeit als Keeper des FC Bayern München – den mit den Hühnerprodukten, die man ihm Fußball zwingend braucht – ins Türkische übersetzen.

Bereits am Freitagabend schmuggelte sich Basaksehir heimlich, still und leise mit 3:1-Heimsieg gegen Genclerbirligi Ankara auf den zweiten Platz in der türkischen Süper Lig. Garanten für den Sieg waren Enzo und Edi Visca, der gleich doppelt traf. Floyd Ayite hatte die Hauptstädter mit dem 1:1 kurz hoffen lassen, dass für sie mehr in Istanbul drin wäre, als eine 1:3-Niederlage. Was der Sieg wert ist, muss sich am 21. Spieltag zeigen, denn dann muss IBB nach Sivas um dort gegen den Tabellenführer Sivasspor in einem 6-Punkte-Spiel anzutreten.

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