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Plastikmüllgehalt in türkischen Meeren steigt

17.7.2020 13:01 Uhr

Mikroplastik, das durch das Schrumpfen von ins Meer geworfenen Kunststoffen entsteht, wird 2050 mehr Platz beanspruchen als Fische. Durch die Zunahme von Plastikmüll ist das Ökosystem somit an den türkischen Küsten gefährdet. Die Experten warnen.

In Meere geworfene Kunststoffabfälle werden zu Mikroplastik, indem sie im Laufe der Zeit durch Wellen, Winde und andere natürliche Ursachen um bis zu fünf Millimeter schrumpfen. Da viele Meerestiere das Plastik täuschend als Futter wahrnehmen und es essen, wird das Verdauungs- und Fortpflanzungssystem von Meerestieren negativ beeinflusst und verursacht kollektive Fischsterben aus, die ebenfalls dem Ökosystem schaden.

Plastik-Anteile im Ozean

"Plastik wurde in den letzten Jahren viel konsumiert und wir haben begonnen, feste Materialien, die als "Meeresmüll" bezeichnet werden, nun an türkischen Küsten zu sehen", sagte Asli Basaran, eine Wissenschaftlerin der Ege-Universität. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass 5,2 Billionen Kunststoffteile im Ozean schwimmen. Eine neue Studie besagt jedoch, dass sich im Ozean zehnmal mehr Mikroplastik befindet als bisher angenommen wurde. Eine andere kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass mikroplastische „Hotspots“ 1,9 Millionen Stück pro Quadratmeter besitzen könnten.

Inzwischen sind Meere und landwirtschaftlichen Flächen der Türkei erheblich verschmutzt. Die Türkei steht an erster Stelle unter den Ländern, die Abfälle aus europäischen Ländern importieren. Während die Abfallimporte des Landes zu Beginn des Jahres 2016 4.000 Tonnen pro Monat betrugen, stieg sie auf 48.500 Tonnen, den höchsten Stand im Jahr 2019. Sedat Gündogdu, ein Wissenschaftler der Cukurova-Universität in der südlichen Provinz Adana, betonte, dass der Import von Abfällen unter dem Namen Rohstoffe aus Europa die Umwelt und die menschliche Gesundheit ernsthaft gefährden. Er betonte die Notwendigkeit des Umgangs mit zweieinhalb Millionen in der Türkei produzierten Plastikmüll.

(gi)

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