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Pipeline Turkish Stream: Russland fordert Garantien von der EU

4.3.2019 22:05 Uhr

Die türkisch-russische Gaspipeline Turkish Stream soll eine Abzweigung über Bulgarien machen. Für dieses Vorhaben will Moskau jedoch eine Garantie von der EU. "Für weitere konkrete Schritte in Bezug zu Turkish Stream werden wir reden können, nachdem wir von der EU-Kommission Garantien dafür erhalten, dass dieses Projekt nicht gestoppt wird", erklärte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Montag in Sofia. Damit spielte er an das nicht umgesetzte Projekt der Erdgasleitung South Stream an, an die auch Bulgarien angeschlossen werden sollte.

Das South-Stream-Projekt wurde nach Einwänden der EU von Russland im Dezember 2014 eingestellt. Die Turkish-Stream-Pipeline soll nun russisches Gas durch das Schwarze Meer in die Türkei leiten und soll voraussichtlich in diesem Jahr in Betrieb gehen. Sofia bemüht sich um eine Abzweigung von der bulgarisch-türkischen bis zur serbischen Grenze.

Wiederbelebung des Baus eines Atomkraftwerkes

Medwedew bekräftigte nach Gesprächen mit seinem Kollegen Boiko Borissow, dass Russland und Bulgarien ihre Zusammenarbeit im Energiebereich fortsetzen wollten. Russland sei bereit, an dem von Sofia gestoppten gemeinsamen Projekt für den Bau eines Atomkraftwerks bei Belene an der Donau teilzunehmen, das Bulgarien jetzt wiederbeleben will. Die russische Atombehörde Rosatom habe große Erfahrung bei ähnlichen Projekten, versicherte Medwedew.

Anlass von Medwedews Besuch in Sofia ist der bulgarische Nationalfeiertag am 3. März, an dem die Bulgaren die Befreiung des Landes von den Türken im Jahr 1878 im Zuge der russisch-türkischen Kriege feiern. Bulgarien sieht in Medwedews Visite Möglichkeiten, die Kooperation mit Russland etwa im Energiesektor und im Fremdenverkehr voranzutreiben. Medwedew will am Dienstag ein bilaterales Tourismus-Forum in Sofia eröffnen.

(an/dpa)