Hürriyet

Pierre Webo: Verlassen des Spielfelds ein "Meilenstein" gegen Rassismus

15.12.2020 11:32 Uhr

Die Spieler von Paris Saint-Germain und Basaksehir hatten als Zeichen gegen Rassismus beim Champions-League-Spiel beider Teams am vergangenen Dienstag das Spielfeld verlassen, nachdem Basaksehirs Assistenztrainer Pierre Webo von einem Schiedsrichter rassistisch beleidigt worden sein soll. Der Kameruner lobte nun noch einmal ausdrücklich das Verhalten der Spieler.

"Der 8. Dezember markiert einen Meilenstein. Das Problem des Rassismus wird plötzlich ganz anders gesehen. Wir haben unserer Stimme Gehör verschafft. Die Dinge, die passiert sind, werden weitergehen, wenn man auf dem Spielfeld bleibt", sagte Webo der türkischen Tageszeitung "Hürriyet". Es sei schon schlimm genug, dass rassistische Bemerkungen immer wieder von Fans geäußert würden. Dass dies nun auch von Schiedsrichter-Seite gekommen sei, habe ihn "erschüttert", fügte er an.

Minutenlange, hitzige Diskussionen

Der vierte offizielle Referee Sebastian Coltescu soll Webo rassistisch beleidigt haben, nachdem dieser im Spiel PSG gegen Basaksehir die Rote Karte gesehen hatte. Es kam zu minutenlangen, hitzigen Diskussionen zwischen Spielern, Trainern, Betreuern und dem Schiedsrichter-Team aus Rumänien. Schließlich verließen die Spieler das Spielfeld beim Stand von 0:0.

Coltescu war vorgeworfen worden, eine rassistische Formulierung für Schwarze benutzt zu haben, die im Deutschen inzwischen mit dem Begriff "N-Wort" umschrieben wird. Dieser Ausdruck war im leeren Prinzenpark-Stadion während der TV-Übertragung deutlich zu hören.

"Diskriminierende Sprache ist auch Rassismus"

Wie zudem zu hören war, soll das Schiedsrichter-Team aus Rumänien versucht haben, sich damit zu verteidigen, dass Coltescu das rumänische Wort für Schwarzer (negru) benutzt habe und nicht das "N-Wort".

Für Webo eine fadenscheinige Begründung. "Eine diskriminierende Sprache zu benutzen ist auch Rassismus. Was er getan hat, war inakzeptabel."

(bl)

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