epa/Mark R. Cristino

Philippinscher Drogenkrieg gerät außer Kontrolle

8.6.2019 14:58 Uhr

Experten haben die Vereinten Nationen aufgerufen, die Menschenrechtsverletzungen auf den Philippinen genauer zu untersuchen. Die Regierung in Manila reagierte am Samstag empört darauf und sprach von "unverzeihlichen Einmischungen" in die nationale Souveränität. Die Sonderberichterstatter verbreiteten voreingenommene Berichte mit "bösartigen Vorwürfen" gegen die Regierung, sagte Präsidentensprecher Salvador Panelo.

Die UN-Sonderberichterstatter hatten der Regierung von Präsident Rodrigo Duterte am Freitag massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Seit Dutertes Amtsantritt vor drei Jahren habe sich die Lage auf den Philippinen stark verschlechtert. In dem sogenannten Anti-Drogen-Krieg des Präsidenten sei eine "atemberaubende Zahl" von Menschen widerrechtlich getötet worden.

Krieg gegen Drogen explodiert

Es habe kaum effektive Ermittlungen gegeben. Unabhängige Medien würden bedroht und die Unabhängigkeit der Justiz werde untergraben. Man sei "extrem besorgt" über die hohe Zahl der Tötungen landesweit, die offenbar von den Behörden ungestraft blieben, hieß es.

Im von Duterte ausgerufenen Krieg gegen Drogen wurden nach offiziellen Zahlen mindestens 5000 Menschen von Sicherheitskräften getötet, vor allem in Armenvierteln. Menschenrechtler vermuten, dass es mehr als doppelt so viele Tote sind. International gibt es an dem harten Vorgehen der Behörden viel Kritik.

Panelo sagte am Samstag, die Philippinen seien eine "lebendige Demokratie". Ziel des Kampfes gegen Rauschgift sei der Schutz der Bevölkerung. Die Strafverfolgungsbehörden arbeiteten unter strikten Protokollen, Rechtsverstöße würden geahndet.

(an/dpa)

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