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Pfleger verliert rechten Arm und linke Hand bei Tigerangriff

5.6.2019 15:45 Uhr

Privatzoos sind in Vietnam mit entsprechenden Genehmigungen erlaubt. Selbst Tiger dürfen dort gehalten werden. In der Hauptstadt Hanoi hat einer dieser Tiger seinem 49-jährigen Pfleger Than Quoi erst die linke Hand und dann den rechten Arm abgerissen, wie sein behandelnder Arzt Nguyen Tan Hung der staatlichen Zeitung "Tuoi Tre News" sagte.

Er schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr. Die Gründe für die Attacke waren unklar. Auch Quoi selbst äußerte sich in dem Video, das Tuoi Tre News auf seiner Webseite veröffentlichte. Der Tiger habe ihm zunächst in die linke Hand gebissen und sich dann den rechten Arm geschnappt, als Quoi versuchen wollte, seine linke Hand vor den Zähnen des Tieres zu retten. Ein Zoo-Mitarbeiter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, den Pfleger am Dienstag schwer verletzt neben dem Tigerkäfig gefunden zu haben. Der Park bleibe zunächst für die Öffentlichkeit geschlossen. Bei dem Fall handelt es sich um den zweiten Angriff eines Tigers auf einen Menschen in der Provinz Hanoi innerhalb der vergangenen drei Jahre.

240 Tiger in Vietnams Privathaushalten und -zoos

Mit einer offiziellen Genehmigung dürfen Privatleute in Vietnam Tiger als Haustiere halten. Schätzungen von Umweltschützern zufolge leben in dem südostasiatischen Land 240 Tiger in Privathaushalten und -zoos. Berüchtigt ist Vietnam allerdings eher dafür, sterbliche Überreste von Tigern in der traditionellen Medizin zu verwenden. Verkochte und mit Reiswein gemischte Tigerknochen sollen Arthritis heilen und die Menschen stärker machen. Wissenschaftler bestreiten diese Wirkung.

(be/afp)