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Pflegeoma soll für 13 Jahre ins Gefängnis

4.4.2019 19:50 Uhr

Hat eine 70-jährige Pflegeoma in Baden-Württemberg einen sieben Jahre alten Jungen tatsächlich aus Verlustangst getötet? Der Staatsanwalt sieht das zumindest als erwiesen an. Und fordert 13 Jahre Haft für die Angeklagte.

"Sie hatten Angst, dass es bald enden würde mit den Besuchen, dass Sie ihn verlieren", wandte er sich am Donnerstag im Landgericht Heilbronn an die Angeklagte. Die Tat sei von Selbstherrlichkeit getrieben gewesen, so der Staatsanwalt. Er sah das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt. Allerdings sei eine verminderte Schuldfähigkeit wegen einer depressiven Störung nicht auszuschließen, weshalb er nicht für eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiere.

Der Nebenklageanwalt, der die Eltern des getöteten Jungen vertritt, bewertete die mutmaßliche Tat zudem als heimtückisch und damit ebenfalls als Mord.

Ursprünglich war die 70-jährige Deutsche wegen Totschlags angeklagt worden. Der ehemaligen Krankenschwester wird vorgeworfen, für den Tod eines ihr anvertrauten Jungen aus Künzelsau im April 2018 verantwortlich zu sein.

(sis/dpa)