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Perus Ex-Präsident schießt sich in den Kopf

17.4.2019 17:56 Uhr

Wegen Korruptionsvorwürfen sollte der frühere Staatschef Perus, Alan Garcia verhaftet werden. Dabei fügte er sich selbst eine Schusswunde am Kopf zu. "Der Ex-Präsident hat sich angeschossen", sagte sein Anwalt Erasmo Reyna am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Andina.

Der Gesundheitszustand Garcías sei "kritisch", erklärte die Gesundheitsministerin Zulema Tomás auf einer Pressekonferenz im Krankenhaus Casimiro Ulloa, in das der Ex-Präsident eingeliefert wurde.

García werde an einer Kopfverletzung operiert, teilte der Direktor des Krankenhauses mit. Nach seiner Einlieferung habe er drei Herzinfarkte erlitten, die Ärzte hätten ihn reanimieren können.

Mutmaßliche illegale Finanzierungen

Die Justiz hatte eine zehntägige Untersuchungshaft des ehemaligen Präsidenten (1985-1990 und 2006-2011) angeordnet, im Rahmen der Ermittlungen im Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen García wegen mutmaßlicher illegaler Finanzierung seiner Wahlkampagne von 2006 mit Spenden von Odebrecht.

García bestreitet, Odebrecht-Geld angenommen zu haben. "Man darf nicht Menschen aufgrund von Spekulationen verhaften, das wäre eine große Ungerechtigkeit", sagte García am Dienstagabend in einem Gespräch mit dem Sender RPP.

Vor einer Woche wurde der Ex-Präsident Pedro Pablo Kuczynski (2016-2018) ebenfalls wegen mutmaßlicher Korruption im Fall Odebrecht in Untersuchungshaft genommen. Odebrecht soll Hunderte Millionen Dollar Schmiergeld in ganz Lateinamerika gezahlt haben, um an lukrative Staatsaufträge zu kommen. Kuczynski trat vor einem drohenden Amtsenthebungsverfahren vor einem Jahr zurück. Am Dienstagabend wurde Kuczynski wegen Herzbeschwerden in ein Krankenhaus in Lima eingeliefert. Auch Kuczynski bestreitet, in den Korruptionsskandal verwickelt zu sein.

(an/dpa)

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