epa/Leszek Szymansk

Pence zu Besuch in Warschau

2.9.2019 12:13 Uhr

US-Vizepräsident Mike Pence trifft sich am Montag nach dem Weltkriegsgedenken in Warschau mit dem polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda zusammen. Um 11.40 Uhr ist eine gemeinsame Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Warschau geplant. Pence vertritt US-Präsident Trump, der seinen Polen-Besuch wegen des Hurrikans «Dorian» kurzfristig abgesagt hatte.

Bei dem Gespräch mit Duda dürfte es auch um die geplante Verstärkung der US-Truppen in Polen von rund 4500 auf 5500 Soldaten gehen. Trump hat ins Spiel gebracht, dafür Soldaten aus Deutschland abzuziehen.

Trump wirft besonders Deutschland immer wieder vor, den selbst auferlegten Nato-Verpflichtungen nicht nachzukommen und zu wenig Geld für Verteidigung auszugeben. Mehrfach hat der US-Präsident in diesem Zusammenhang Polen gelobt. Aus dem Weißen Haus hieß es vor dem Pence-Besuch, Polen sei «ein Beispiel für den Rest des Bündnisses».

USA sind die "wahren Verbündeten Polens"

Unter Trump haben sich die Beziehungen Washingtons zu Berlin deutlich verschlechtert. Zur Regierung in Warschau pflegt Trump dagegen ein sehr gutes Verhältnis. Bei einem Besuch Dudas im Weißen Haus im vergangenen Juni hatten beide Seiten eine Verstärkung der US-Truppen in Polen um 1000 Soldaten vereinbart. Polen hat sich im Gegenzug für die US-Verstärkung an der Ostflanke der Nato verpflichtet, auf eigene Kosten Infrastruktur für die amerikanischen Truppen zu errichten.

Bei dem Besuch hatte Duda Amerika «den wahren Verbündeten Polens» genannt. Zugleich hatte der polnische Präsident damals Trump zum Weltkriegsgedenken nach Warschau eingeladen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief beim Weltkriegsgedenken am Sonntag in Warschau auch zur Bewahrung der transatlantischen Partnerschaft auf. «Europa braucht Partner. Und ich bin sicher, auch Amerika braucht Partner in dieser Welt», sagte er. «Lasst uns diese Partnerschaft pflegen. Lasst uns den Anspruch bewahren, dass der Westen mehr ist als eine Himmelsrichtung.»

Der Bundespräsident richtete seine Worte direkt an Pence, der nach ihm redete. Pence ging nicht auf Steinmeiers Worte ein. Er rief Verbündete wie Deutschland allerdings indirekt dazu auf, ihren Bündnisverpflichtungen nachzukommen. «Amerika und Polen werden mit all unseren Verbündeten zur gemeinsamen Verteidigung zusammenstehen. Amerika und Polen werden unsere Alliierten auch weiterhin aufrufen, die Versprechen zu erfüllen, die wir uns gegenseitig gegeben haben.»

(an/dpa)

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