afp

Pelosi: "Wir müssen für seine Gesundheit beten"

17.10.2019 8:54 Uhr

Der Streit in den USA spitzt sich zu, weil US-Präsident Donald Trump mit seiner wechselhaften Syrien-Politik für viel Unruhe sorgt. Nun kam es gar zu einem offenen Eklat. Bei einem Treffen mit Spitzenpolitikern aus dem Lager der Demokraten hatte sich der Präsident nicht im Griff und attackierte Nancy Pelosi persönlich. Daraufhin brachen die Demokraten das Treffen ab und ließen Trump einfach im Weißen Haus stehen.

In der Pressekonferenz im Anschluss vor dem Weißen Haus sagte Pelosi: "Wir müssen für seine [Präsident Trumps, Anm. d. Red.) Gesundheit beten."

Trump habe eine "üble Tirade" losgelassen und Pelosi als "drittklassige Politikerin" beschimpft, sagte der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Pelosi selbst sprach von einem "Ausraster" des Präsidenten. Andere Parlamentarier sowohl von Demokraten als auch Trumps Republikanern blieben laut Schumer jedoch in der Sitzung mit dem Präsidenten.

In einer Reihe von Tweets führte der US-Präsident seine Attacken gegen Oppositionschefin Nancy Pelosi weiter.

Ist Trump völlig unberechenbar geworden?

Der Eklat zeigt, wie dramatisch sich das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und der Opposition zuletzt weiter verschlechtert hat. Hintergrund ist die von den Demokraten im Repräsentantenhaus geführte Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Darin geht es um die Versuche Trumps, sich aus der Ukraine möglicherweise kompromittierendes Material über Ex-Vizepräsident Joe Biden zu beschaffen, der Trumps Herausforderer bei der Wahl im November 2020 werden könnte.

Der Präsident steht zudem wegen des parteiübergreifenden Widerstands gegen den US-Truppenabzug aus Nordsyrien unter massivem Druck. Trump hatte mit der Entscheidung den Weg für die türkische Operation gegen Milizen freigemacht, die zusammen mit den US-Truppen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft hatten.

Resolution hinterlässt einen angefressenen Trump

Kurz vor dem Treffen im Weißen Haus hatte das Repräsentantenhaus in einer parteiübergreifenden Resolution den US-Truppenabzug als Fehler gegeißelt. Die Kongresskammer lehne die Entscheidung ab, "bestimmte Anstrengungen der Vereinigten Staaten zu beenden, türkische Militäroperationen gegen syrisch-kurdische Kräfte in Nordostsyrien zu verhindern", hieß es in der mit 354 gegen 60 Stimmen verabschiedeten Entschließung. Diese hat allerdings lediglich den Charakter einer Stellungnahme und für Trump keine verbindliche Wirkung.

Pelosi sagte gleichwohl, der Präsident habe in dem Treffen "sehr aufgewühlt" wegen der Resolution gewirkt. Schumer teilte mit, er habe den Präsidenten nach seinem Plan zur Bekämpfung der IS-Dschihadisten gefragt: "Er hatte tatsächlich keinen."

(afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.