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Peking: Tiananmen-Platz unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen

4.6.2019 7:59 Uhr

30 Jahre ist die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz her. Am Jahrestag darf das Massaker an Studenten weiter nicht aufgearbeitet werden. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft, Journalisten dürfen den Platz weder betreten noch Fotos machen.

Polizisten überprüften am Dienstag die Ausweise aller Touristen und Pendler, die aus der U-Bahn-Station am Tiananmen-Platz kamen. Ausländische Journalisten durften den Platz nicht betreten und keine Fotos machen. Ein Behördenvertreter warnte einen Reporter, dass "illegales Medienverhalten" Auswirkungen auf Visa-Verlängerungen haben könne. Die chinesische Armee war in der Nacht zum 4. Juni 1989 mit Panzern gegen Studenten vorgegangen, die auf dem Tiananmen-Platz für mehr Demokratie demonstrierten. Hunderte, nach einigen Schätzungen sogar mehr als tausend Menschen wurden getötet. Bis heute lässt Peking keine Aufarbeitung der Vorfälle zu.

Keine Aufarbeitung

Schon vor dem Jahrestag waren mehrere Aktivisten in Gewahrsam genommen worden. Beliebte Portale für Liveübertragungen waren aus "technischen" Gründen gesperrt. Wer im Onlinedienst Weibo nach "Tiananmen" suchte, dem wurde das offizielle Logo für den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China angezeigt. Der Tiananmen-Platz selbst war am Dienstag wie immer von Touristen bevölkert. Schon im Morgengrauen warteten hunderte Menschen, darunter auch Eltern mit kleinen Kindern, vor den Sicherheitskontrollen am Platz, um beim morgendlichen Hissen der chinesischen Flagge zuzuschauen. Die Schlange bewegte sich wegen der massiven Sicherheitsvorkehrungen aber nur sehr langsam vorwärts.

(be/afp)

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