EPA-EFE

Peking hält an Lagern für Uiguren fest

9.12.2019 9:31 Uhr

China hält am Narrativ fest, dass die Lager für Uiguren in der Provinz Xinjiang dazu dienen, die Lebensqualität der Uiguren durch steigende Arbeitsplatzoptionen zu verbessern. Peking weist den Vorwurf von sich, dass es sich dabei um "Umerziehungslager" handeln soll, in denen die muslimischen Uiguren "gedrillt" werden, ihren Glauben und ihre Lebenseinstellung zu ändern. Menschenrechtsorganisationen sprechen von rund einer Million Menschen, die sich in den Lagern befinden sollen.

Trotz weltweiter Kritik will die chinesische Regierung weiterhin die Bevölkerung der Unruheprovinz Xinjiang in umstrittenen Lagern "ausbilden". "Mit Hilfe der Regierung" hätten Schüler "sichere Arbeitsplätze" erlangt und "ihre Lebensqualität verbessert", sagte der Vorsitzende der Provinz, Shohrat Zakir, am Montag bei einer Pressekonferenz. Derzeit hätten alle Menschen in den Lagern "ihre Lehrgänge abgeschlossen". Menschen würden sowohl neu in die Einrichtungen kommen als auch diese verlassen.

Uiguren-Krise sorgte für US-Sanktionen

Die Zahl von mehr als einer Million Uiguren und Angehöriger anderer Minderheiten, die nach Angaben von Menschenrechtsgruppen in den Lagern sind, wies Zakir zurück. Er nannte jedoch keine andere Zahl. Die Regierung wolle nun ihre Programme zusätzlich zu den Lagern noch ausweiten. Sie strebe "tägliche, routinemäßige, normale und offene Erziehungstrainings" für die Anführer von Dörfern, KP-Mitglieder in ländlichen Regionen, Menschen in der Landwirtschaft sowie arbeitslose Akademiker an.

In der Provinz Xinjiang lebt die muslimische Minderheit der Uiguren, gegen die die chinesische Regierung mit großer Härte vorgeht. Mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime befinden sich Menschenrechtsaktivisten zufolge in Lagern, in denen die Insassen laut jüngst veröffentlichten geheimen Regierungsdokumenten unter unmenschlichen Bedingungen leben. Das US-Repräsentantenhaus beschloss mit großer Mehrheit einen Gesetzentwurf, in dem Sanktionen gegen ranghohe chinesische Regierungsvertreter wegen des Umgangs mit den Uiguren gefordert wurden.

(ce/afp)

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