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Paul Ziemiak neuer CDU-Generalsekretär

8.12.2018 11:06 Uhr

Der bisherige Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, ist mit knapp 63 Prozent zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt worden.

Ziemiak erhielt am Samstag auf dem CDU-Parteitag in Hamburg allerdings nur knapp 63 Prozent. Der 33-Jährige bezeichnete dies als "ehrliches Ergebnis", das für ihn ein Ansporn sei.

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer schlug Ziemiak den Delegierten als ihren Nachfolger auf dem Posten vor. Er sei mit seinem Profil geeignet, den anstehenden Erneuerungsprozess der Partei voranzutreiben.

Kramp-Karrenbauer räumte ein, dass sie Ziemiak schon vor ihrer Wahl das Amt angeboten habe für den Fall, dass sie den Wettstreit um den Parteivorsitz gewinne. Demnach sagte Ziemiak ihr aber ab und begründete dies mit seiner Loyalität zu den beiden Gegenkandidaten Friedrich Merz und Jens Spahn, die wie er selbst aus Nordrhein-Westfalen stammen.

Ein Versuch, die Lager zusammenzuführen

Ziemiaks Berufung dürfte ein Versuch Kramp-Karrenbauers sein, die unterschiedlichen Lager der Partei zusammenzuführen und die Anhänger von Merz und Spahn einzubinden. Ziemiak gilt zudem ebenso wie Merz und Spahn als Vertreter des konservativen Parteiflügels. Kramp-Karrenbauer ist eine Vertraute der langjährigen Vorsitzenden Angela Merkel und gilt als Vertreterin eines politischen Kurses der Mitte.

Noch am Vorabend des Parteitags ließ Ziemiak vor Mitgliedern der Jungen Union nach Angaben von Teilnehmern durchblicken, dass er bei der Vorsitzendenwahl nicht für Kramp-Karrenbauer stimmen werde.

"Es geht darum, die Partei zu erneuern"

Die neue Vorsitzende berichtete am Samstag den Delegierten, sie habe Ziemiak den Posten des Generalsekretärs am Freitagabend erneut angeboten und er habe dies dann angenommen. Es gehe nun nicht um den gestrigen Tag, sondern um die Zukunft der Partei, sagte Ziemiak am Samstag in seiner Bewerbungsrede. "Ich bewerbe mich, weil es um diese Partei geht", sagte er. "Jetzt geht es darum, die Partei zu erneuern mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache."

Der Vorsitzende des unionsnahen Studentenverbands RCDS, Henrik Wärner, begrüßte die Entscheidung Kramp-Karrenbauers. Die neue Parteivorsitzende zeige damit, "dass sie die junge Generation in den Erneuerungsprozess der Partei einbinden möchte", sagte Wärner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. "Das begrüßen wir."

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(be/afp)