dpa

Pascal Ackermann gewinnt Radklassiker Eschborn-Frankfurt

1.5.2019 17:21 Uhr

Pascal Ackermann schlängelte sich im Vollsprint an den Balustraden entlang, dann riss er die Arme in die Höhe. Der deutsche Meister holte sich nach einem kräftigen Schlussspurt den Sieg beim 58. Radklassiker Eschborn-Frankfurt und beendete damit die achtjährige Durststrecke der einheimischen Fahrer. Ackermann gewann am Maifeiertag an der Alten Oper in Frankfurt vor seinem Landsmann John Degenkolb und dem Norweger Alexander Kristoff, der zuvor viermal in Serie triumphiert hatte und mit dem fünften Sieg für ein Novum in der WorldTour gesorgt hätte.

"Wir haben auf ein Ziel hingearbeitet: den Sieg. Es war ein geiles Gefühl, das zu vollenden. Das ist ein großer Druck, da fällt alles von den Schultern", sagte Ackermann dem TV-Sender ARD. Im Sprint schien der Youngster zwischenzeitlich eingeklemmt zu sein, doch der Spitzenfahrer des deutschen Bora-hansgrohe-Teams fand die Lücke und siegte vor Degenkolb, der 2011 für den letzten deutschen Sieg gesorgt hatte. "Ich hatte mit Krämpfen zu kämpfen und musste alles geben. Leider hat es nicht ganz gereicht", sagte Degenkolb.

Ackermann, der seinen dritten Saisonsieg einfuhr, scheint damit bestens gerüstet für den Giro d´Italia. Der 25-Jährige wird am 11. Mai beim Start in Bologna seine erste dreiwöchige Rundfahrt in Angriff nehmen. "Pascal ist in Giro-Form. Da kann man nur Chapeau sagen", ergänzte Nils Politt, der Zweitplatzierte bei Paris-Roubaix.

Frühlingswetter in Hessen und der Pfalz

Kurz nach 12.00 Uhr machten sich die Fahrer bei bestem Frühlingswetter auf die 187,5 Kilometer lange Route, die unter anderem über den Feldberg, den Ruppertshainer Berg, die Billtalhöhe und den Mammolshainer Berg führte. Die idealen Bedingungen lockten auch hunderttausende Fans an den Streckenrand, die für eine entsprechende Stimmung sorgten.

Einer der heißesten Anwärter auf den Sieg war wie immer Routinier und Lokalmatador Degenkolb. Der in Oberursel lebende Degenkolb kündigte vorab bereits an, "eine gute Show liefern zu wollen" und verglich das traditionell am Tag der Arbeit stattfindende Rennen mit dem Fußball. "Es ist wie ein Heimspiel für die Eintracht", sagte der bekennende Fan Degenkolb, der gegen den FC Chelsea in der Europa League auch im Stadion sein wird.

Schon nach wenigen Kilometern ging es los mit den ersten Attacken aus dem Feld. Es formierte sich eine siebenköpfige Gruppe ohne Stars und ohne deutsche Fahrer, die sich über einen Großteil des Rennens etwa zwei bis vier Minuten vor dem Feld hielt. Etwa 70 Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe vom Hauptfeld eingeholt, es lief fortan trotz einiger Attacken und Solo-Versuche wieder auf einen Schlusssprint an der Alten Oper hinaus. Insbesondere Ackermanns Team hielt das Feld zusammen.

Mannschaften wie Katusha-Alpecin um Politt hatten versucht, mit hohem Tempo am Berg die Sprinter abzuhängen, um mit einer eigenen Attacke den Tag für sich zu entscheiden. Doch selbst am Mammolshainer Berg, an dem die Steigung teilweise 23 Prozent beträgt, blieb das Hauptfeld weitgehend zusammen, Favoriten wurden im hügeligen Terrain kaum abgehängt.

(ce/dpa)

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