imago/Christian Ohde

Paris und Berlin wollen Digitalsteuer retten

4.12.2018 6:54 Uhr

Frankreich möchte immer noch die Digitalsteuer für US-Konzerne in Europa. Gemeinsam mit Deutschland legen sie jetzt einen Kompromissplan dafür vor, um die umstrittene Steuer doch noch umzusetzen.

Eine Umsatzsteuer von drei Prozent auf Online-Werbeerlöse solle bis März 2019 beschlossen werden und ab Januar 2021 gelten, hieß es am frühen Dienstagmorgen aus EU-Diplomatenkreisen. Voraussetzung dafür sei, dass in der Zwischenzeit keine Lösung auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gefunden werde.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorgeschlagen, für Digitalriesen wie Google und Facebook mit einem weltweiten Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro sowie einem Online-Umsatz von 50 Millionen Euro in Europa drei Prozent Ertragssteuer zu erheben. Im Gespräch war jedoch, nicht nur Online-Werbung, sondern etwa auch den Verkauf von Nutzerdaten zu berücksichtigen.

Klassische Wirtschaftsunternehmen zahlen Schätzungen zufolge mehr als 20 Prozent Steuern, Digitalkonzerne gerade einmal halb so viel.

Die 28 EU-Finanzminister werden die Digitalsteuer heute bei ihrem Treffen in Brüssel beraten. Einige Staaten - allen voran Irland, das Facebook in Europa beherbergt - haben jedoch grundsätzliche Bedenken gegen das Projekt.

Österreich, das derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne hat, drängt auf eine Einigung. In Steuerfragen sind Beschlüsse besonders schwierig, da sie einstimmig gefällt werden müssen.

(be/dpa)